Alter und Krankheit hindern an geistlichem Leben nicht

Annemarie möchte gerne anonym bleiben. Daher kein Foto von ihr. Sie ist Witwe, über 80 Jahre alt und hat vier Kinder großgezogen. 

Der Glaube war ihr schon immer wichtig. So gehörte die Heilige Messe am Sonntag ganz selbstverständlich dazu. Und so lange es ging, war Annemarie auch unter der Woche zu sehen: In der Heiligen Messe, bei der Anbetung, beim Rosenkranz. Sie war auch Mitglied im Kirchenchor. Und hier nahm sie gerne andere Mitglieder der Pfarrgemeinde mit zu den verschiedenen Gottesdiensten. Sie war «Fahrdienst» für alle, die nicht mehr zu Fuß gehen konnten. Dafür machte Annemarie gerne auch Umwege.

Egal wie schlimm es ihr ging oder geht: Annemarie ist ein positiver Mensch. Ihr Bruder wohnt mit seiner Frau gleich ein Haus weiter, besucht sie aber so gut wie nie, fragte Annemarie nie, wie es ihr ging – Annemarie blieb positiv dem Leben gegenüber.


Dann wurde Annemarie vor einigen Jahren krank. Sie musste die Kontakte nach außen einschränken, sollte nicht mehr nach draußen gehen. Um der Gesundheit Willen, hält sich Annemarie daran. Fast keiner fragte, wie es ihr geht. Aber in der Gemeinde wurde negativ über sie gesprochen, weil sie nicht mehr bereit sei, die anderen Gläubigen in die Messe zu fahren. Dies kam ausgerechnet von einer Person, die selbst ein Auto hat und keinen Umweg hätte machen müssen… Auch die Mitglieder des Kirchenchores meldeten sich nicht bei ihr.


Annemarie blieb weiterhin positiv.  «Ich kann auf EWTN jeden Tag die Heilige Messe sehen, habe mir extra das Liederbuch besorgt, um alle Lieder mitsingen zu können. Ich kann den Rosenkranz mitbeten, bin immer im Gebet mit anderen verbunden.»

Das macht Annemarie schon seit ein paar Jahren. Und sie nimmt dabei ihre Krankheit an. Am Telefon erzählte sie mir letztens, dass sie zu zwanzigsten Chemotherapie müsste. Durch ihren starken Glauben stahlt sie trotzdem Ruhe aus. «Gott wird es schon richtig machen».

Annemarie ist für mich eine Frau, die ein Vorbild für alle sein kann, die denken, im Alter zu nichts mehr Wert zu sein. Sie kann Vorbild sein für Viele!


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