• Gabriele Rasenberger

Das Gleichnis vom Weinstock



Im Johannes-Evangelium können wir das Gleichnis vom Weinstock lesen.

Ein Gleichnis, welches oft in schönen Liedern vertont wurde, wozu jeder so sein Bild hat, Es steckt da aber auch eine radikale Forderung drin. Es heißt, dass wir Frucht bringen sollen. "Jede Frucht, die keine Frucht bringt, schneidet ER (Gott-Vater) ab", so heißt es.


Wie klang dies wohl damals in den Ohren der Weinbauern? Wie klingt es heute in den Ohren von Winzern? Wahrscheinlich ziemlich radikal. - Aus beruflichen Gründen konnte ich eine Einführung zum richtigen Beschneiden von Weinstöcken machen, seitdem sehe ich das Gleichnis anders:

Im Februar jedes Jahres, allerspätestens im März werden die Weinstöcke beschnitten, damit diese auch im nächsten Jahr gute Frucht bringen. Der Winzer sieht sich die Äste, an denen die Reben hängen, ganz genau an. Alle haben Frucht gebracht, doch es ist sicher, dass im Jahr danach nicht mehr so viel Reben dabei sein werden, wenn keine Beschneidung stattfindet. Daher schaut man, welcher der Äste die besten sind. Es sind wahrscheinlich höchstens zehn verschiedene Zweige, die dort stehen. Davon wird einer, höchstens zwei stehenbleiben, alles andere wird weggeschnitten. - Im Hinblick auf das Gleichnis vom Weinstock fand ich das ganz schön heftig! Wenn wir jetzt diese Weinstöcke sind, dann ist dies ein sehr, sehr radikaler Anspruch an uns. Wir müssen uns immer wieder und wieder beschneiden lassen. - Etwas, was sehr weh tun kann. Doch nur so können wir wachsen. Wie bereit sind wir dazu ? Es hat jedenfalls auch etwas mit der Hingabe an Christus zu tun, denn nur so können wir die Berufung leben, die ER für uns vorsieht.

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