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Es gibt immer weniger Berufungen - wirklich?

In den letzten Jahren wird immer und immer wieder davon gesprochen, dass die geistlichen Berufungen, gerade in den westlichen Länden zurückgehen. Ist dem wirklich so? Ich schreibe einmal, wie ich die Dinge in Deutschland sehe. - Es kann sein, dass einiges auch für andere Länder zutrifft. Wenn man mal die Zeit zurück geht, Mitte des letzten Jahrhunderts, ist zu sehen, dass  es (anscheinend) viele Menschen gab, die eine geistliche Berufung ergriffen, während dem heute angeblich nicht mehr so ist. Damals sah die Gesellschaft aber auch anders aus: Fast alle Menschen in waren getauft. Diejenigen, die getauft waren, gingen auch zum Gottesdienst/zur Heiligen Messe am Sonntag Ein einmal eingeschlagener Weg wurde nicht hinterfragt. Auch zu dieser Zeit war es teilweise noch so, dass Eltern für die Kinder bestimmten, ob sie heiraten oder ins Kloster gingen. (Mindestens ein Fall ist mir persönlich bekannt) Gerade wenn Frauen berufliche Karriere machen wollten, entschieden sich nicht wenige für das Kloster, egal ob sie berufen waren oder nicht. Und wie sieht es heute aus? Immer weniger Menschen sind getauft, wenn ich die Statistiken richtig in Erinnerung habe, sind es in Deutschland nicht ganz die Hälfte der Bevölkerung, die zur katholischen oder evangelischen Kirche gehören. Es ist nicht mehr selbstverständlich, sonntags zur Kirche zu gehen. Eingeschlagene Wege werden immer und immer wieder hinterfragt. Es wird selbst bestimmt, welchen Weg man einschlägt, ob man heiratet, einen geistlichen Weg geht, Single bleibt.... Frauen brauchen heute nicht mehr ins Kloster zu gehen, um Karriere zu machen. Das sind jetzt einfach mal aufgezählte Punkte. Aber reicht dies, um zu behaupten, dass die Berufungen zurückgehen? Zunächst einmal ist zu berücksichtigen, dass weniger Menschen geboren  werden. Alleine dies ist schon ein Grund, warum nicht mehr so viele Personen eine geistliche Berufung wählen können. Dann gibt es mehr Gemeinschaften, diejenigen, die suchen, schauen sich zum Teil Gemeinschaften in der ganzen Welt an, schließen sich dann denjenigen an, in denen es  junge Menschen gibt. Doch gerade dann, wenn die Entscheidung zum Bleiben da ist, wird der Kampf groß. Nicht wenige machen dann doch noch einen Rückzieher. Hier braucht es unser Gebet, damit sie erkennen, dass sie wirklich berufen sind und den Weg gehen können. Der nächste Punkt: Vor ungefähr zehn bis 15 Jahren gab es eine Diplomarbeit von einem Studenten, der untersuchte, wie viel Prozent der Bevölkerung früherer Zeiten eine geistliche Berufung ergriffen von denjenigen, die  sonntags immer in die Kirche gingen und wie viel Prozent es heutzutage sind. Und: Die Zahl hat sich verdoppelt! Aber ich denke, wir selbst können auch viel dazu beitragen: Über das Gebet habe ich gerade schon geschrieben. Weiterhin können wir Menschen auf die Berufung ansprechen, auch wenn es nur ganz wenig ist. Ordensleute können Personen ganz konkret ansprechen, einfach mal mitzuleben. Priester in Gemeinden können  gezielt Menschen ansprechen, bei denen sie eine geistliche Berufung entdecken. Ein Beispiel möchte in noch gerne erwähnen, welches zu Ermutigung beitragen kann: Bischof Walter Mixa war 25 Jahre lang Pfarrer in Schrobenhausen. In dieser Zeit gingen 20 Priesterberufungen aus der Gemeinde hervor. Einen dieser Priester habe ich mal gefragt, wie Bischof Mixa dies gemacht hat. Er gab mir folgende Antwort: Bischof Mixa war eine Person, die auf andere zugehen konnte. Wenn er am Samstag oder Sonntag einen der Ministranten traf fragte er einfach, ob sich am Sonntagnachmittag schon etwas vor hätten. Meist kam ein Nein. Worauf dann kam: Dann komm zu Vesper und ministriere, ich erwarte dich. So wurden die Ministranten in das  Stundengebet eingeführt, fanden zur Berufung Und an junge Menschen die auf der Suche sind: Habt keine Angst, euch Gemeinschaften anzuschließen, in denen die Brüder/Schwestern um einiges älter sind als ihr. Vielleicht hat euch Gott ja wirklich gerade in diese Gemeinschaft berufen? Mir sind mehrere katholische Orden bekannt, in denen nach Jahren wieder jemand kam. - Und auch von einer evangelischen Gemeinschaft habe ich es mitbekommen. Ein Grund dafür war auch: Die Gemeinschaften haben um Berufungen gebetet. - Nicht für sich selbst, sondern insgesamt. Daher einfach Gott vertrauen, ER wird es schon richten.

Beten für Priester und geistliche Berufungen - konkret

Es gibt immer wieder die Menschen, die es als ihre Berufung sehen, für Priester und andere geistliche Berufungen zu beten. Auch alle, die eine geistliche Berufung leben, beten darum. Sei es, damit Berufungen geweckt werden, sei es für andere Priester und Menschen, die einen geistlichen Weg eingeschlagen haben.. Mit diesem Eintrag möchte ich dazu einladen, für sich beten zu lassen, oder für andere zu "Gebetspaten" zu werden. Wie das gehen soll? Einfach als Antwort per E-Mail senden, ob man für jemanden beten möchte, oder ob man für sich selbst beten lassen möchte. Und: möchte man wissen, wer für einen betet oder solle lieber geschehen, ohne dass es jemand weiß - andersherum auch: Möchte derjenige, der betet, es wissen, für wen er da betet... Vielleicht gibt es ja auch Menschen, die einen Briefaustausch/Mailaustausch miteinander haben möchten? Dies bitte auch angeben. So kann dann ein Austausch geschehen.  Bitte für den Beter auf alle Fälle den Vornamen angeben, auch wenn dieser dann nicht bekannt ist.  Wer mitmachen möchte, sendet eine Mail an: Priestergebet[at]email.de  
Ich werde so schnell wie möglich versuchen, die Anliegen zu bearbeiten und zu antworten. Leider kann es sein, dass es ein paar Tage dauert.

Jungfrauenweihe brechen?

Zugegeben: Der Titel hört sich provozierend an. Warum dann überhaupt darüber schreiben, sich darüber Gedanken machen? Der Grund ist ein ganz einfacher: Mir wird immer wieder mal angezeigt, nach welchen Stichpunkten von denjenigen gesucht wird, die meinen Blog lesen. Und mindestens  einmal wurde in die Suchmaschine anscheinend  eingegeben: "Darf ich die Jungfrauenweihe brechen?" Als ich dies las, bin ich darüber auch ziemlich erschrocken. Wie kommt jemand auf diese Idee? Es ist so, als ob jemand heiraten möchte und schon im Vorfeld überlegt, den Partner zu betrügen. - Denn nichts anderes als ein Treuebruch gegenüber Jesus Christus, dem Bräutigam, ist dies. 
Normalerweise ist jeder, der die Jungfrauenweihe empfängt, alt genug, um  zu wissen was dies heißt. Eine gewisse Reife ist Voraussetzung. Natürlich kann es vorkommen, dass man sich verliebt. Dann heißt es, an der Berufung zu arbeiten, wieder neu zu Jesus Christus zurück finden, sich neu in ihn verlieben. Ja, das kann eventuell Arbeit sein, aber anschließend ist die Liebe um so größer und die Beziehung zu Christus kann noch enger sein.
Vielleicht kann es auch eine Prüfung sein, die eine Virgo auf die Idee kommen lässt, die Jungfrauenweihe zu brechen, jedenfalls dann, wenn diese wirklich aus vollem Herzen und aus Liebe zu Christus, weil ER selbst berufen hat, die Jungfrauenweihe empfangen wurde. 
Aber gleich zu überlegen, die Weihe zu brechen? Das hieße ja, dass ich die Jungfrauenweihe nur so "nebenbei" empfangen habe, weil mir der Weg, den ich eigentlich gehen wollte, verwehrt war/ist. Und es gibt genügend Gründe, die einen davon abhalten sollten, die Jungfrauenweihe zu empfangen. Hier sind einige dieser Gründe genannt. Einen weiteren möchte ich noch hinzufügen: Frauen, die denken, sie wären zum Priester berufen und daher die Jungfrauenweihe empfangen möchten. - Die Priesterweihe ist Männern vorbehalten, und dies ist gut so.
Vielleicht sollte derjenige, der vorhat, sein Versprechen zu brechen, mal sehen, was dieses Wort brechen noch alles bedeutet: 
Zerbrechen - Es ist also schon etwas zerbrochen, es hat schon "Scherben" gegeben. Dann sollte man sich den Grund überlegen, ob die Jungfrauenweihe unüberlegt gewählt wurde und den Mut haben, zum zuständigen Bischof zu gehen, um dies zu sagen. Nur er kann lösen.
Sich abwenden - Auch hier schauen, was der Grund dafür ist. Wie weit ist es möglich zu arbeiten, warum habe ich mich abgewendet. Und dann wieder zurück zum Versprechen gehen, wenn dies noch möglich ist.
Aufkündigen - Hier ist dies ganz klar nur von einer Seite der Fall, den Christus gibt niemanden auf. Warum wurde dieser "Vertrag" von einer Seite gebrochen und aufgekündigt? Wie weit schon damit gegangen? - Auch hier scheint es mir, als ob die Jungfrauenweihe nicht aus vollem Herzen empfangen wurde, wenn dies der Fall ist.

Sicher, eine endgültige Sicherheit gibt es eigentlich nirgend, aber ich muss immer wieder neu bereit sein, an dieser Beziehung, die mir etwas bedeutet, zu arbeiten.

Gottes Wort im Alltag

„Natürlich bin ich Christ! Ich gehe doch jeden Sonntag in die Kirche! – Aber die Bibel täglich lesen? – Nein danke, so  fanatisch bin ich nicht!“ Ganz so krass wird wohl keiner eine Antwort geben. Aber ich habe es schon erlebt: Da wird in einem christlichen Vortrag erzählt, dass nur Fundamentalisten die Bibel lesen, alle anderen nicht. Stimmt dies denn so? Sind dann alle Ordensleute Fundamentalisten? Alle Priester und die zu irgendeiner Gemeinschaft oder Bewegung gehören und somit die Bibel lesen? Bestimmt nicht. Die Frage ist doch einfach, wie ich mit der Bibel umgehe!  Sie ist ein Glaubensbuch. Und aus dem Glauben heraus kann jeder die Bibel lesen. Doch wie damit beginnen? Es gibt verschiedenen Methoden: Da gibt es die verschiedenen Bahnlesungen der täglichen  Messe. So kann ich gleich den Text meditieren. Oder einfach die Bibel ganz durchlesen – Für Anfänger gar nicht so einfach, ist doch oft von Morden die Rede. Klar, es wird ja die Geschichte Israels erzählt. Und was hat die mit mir zu tun? Nicht jeder begreift dies. Was ich in verschiedenen Kirchen schon gesehen habe: Da kann man einen Bibelvers ziehen. – Soll jetzt nicht als Aberglaube abgetan werden. Einen Satz einfach mal ziehen und sich darauf einlassen. Was kann mir dieser Satz in der jetzigen Situation sagen? Oder auch die Bibel einfach an einer Stelle aufschlagen und lesen. Was hat mir dieser Text zu sagen? Es gibt noch viele andere Methoden. Einfach sich ein wenig Zeit nehmen und die Bibellesung mit in den Alltag nehmen

Jungfrauenweihe und Witwenweihe - Berufungen für die heutige Zeit

Jungfrauenweihe? Witwenweihe? Was ist denn das? Wahrscheinlich kennen es nicht viele. Vor allem die Witwenweihe ist noch unbekannt. Doch beides sind gerade in der heutigen Zeit Zeugnisse für die Welt. Bei beiden Berufungen ist Gott die Bezugsperson, der Ehemann. ER beruft. Und die Frauen, die sich ganz und gar an Gott binden, drücken damit ihre Berufung aus. Zeugnisse über die Witwenweihe werden selten gefunden. Wer im Internet sucht, wird jedoch fündig, so gibt es geweihte Witwen in der  Erzdiözese Wien und in auch in Deutschland Es sind kurze Zeugnisse, die bezeugen, warum jemand die Witwenweihe empfängt. – Sich IHM anvertrauen. Und: Vielleicht hat manche Frau schon vor der Ehe die Berufung zum Ordensleben gehabt, diese aber aufgegeben? Während der Ehe spürt sie diese Berufung jedoch wieder oder nach dem Tode des Mannes? Bestimmt gibt es Gemeinschaften, die auch Witwen nehmen, aber diejenigen, die weiterhin in der Welt leben möchten und sich doch ganz an Gott binden möchten? Mir persönlich sind zwei Fälle von Frauen bekannt, die eine ist sehr jung Witwe geworden (sie war noch keine 30 Jahre alt) und sie suchte, wie sie Gott verkünden kann. Leider kannte sie die Witwenweihe nicht. Eine andere Frau bereute auch, dass sie nicht ins Kloster gegangen war, nach der Ehe war es für sie zu spät. Aber sie hatte ein intensives Gebetsleben. Auch bei der Jungfrauenweihe ist dies so.  Es kann verglichen werden mit der Hochzeit. Das gleiche gilt für Menschen, die Eremiten werden, Priester werden oder in  einen Orden eintreten. Daher können die Punkte, die die Deutsche Bischofskonferenz mit einem Flyer für die Ehe veröffentlicht hat, ebenso ähnlich für diese  Berufungen übernommen werden. Etwa verändert übernehme ich es hier vieles von dem, was im Flyer für die Ehe steht, die Überschriften sind (fast) immer die gleichen: 1. Jeder Mensch sehnt sich nach Liebe Der Mensch sehnt sich danach geliebt zu werden und Liebe zu schenken.  Er ist auf ein „Du“ hin geschaffen. Liebe braucht keine Begründung. Liebe ist das allumfassende und bedingungslose Ja zu Gott um Seiner selbst willen ohne Hintergedanken und Vorbehalte 2. Wahre Liebe will Dauer Liebe erschöpft sich nicht im Zauber des Augenblicks. Sie setzt keinen zeitlichen Grenzen und kennt kein Verfallsdatum. Wer liebt sagt: „Du kannst dich immer auf mich verlassen.“ Gott spricht dies zu jeden einzelnen von uns und möchte uns so, wie wir sind.  Diese Verlässlichkeit vertreibt die Angst, dem anderen nicht zu genügen oder auf verlorenem Posten zu stehen. 3. Ein Versprechen mit Leib und Seele Der Mensch hat Leib und Seele. Daher wird diese Liebe auch mit Leib und Seele gelebt. All unsere Gebetshaltungen drücken wir durch den Leib aus. All die Liebe geben wir an andere durch unsere Seele, aber auch mit dem Leib weiter. 4. Die Berufungen brauchen Schutz und verdienen Anerkennung Um eine Berufung entfalten zu können braucht es zunächst einen gewissen Rahmen, im Schutze kann diese noch mehr reifen. Dafür gibt es geistliche Begleitung, oder auch die Personen, die einen auf diese/ in dieser Berufung stärken. Unter diesem Schutz entwickelt sich dann das bewusste Ja, das auch nach außen dringt. – Und hier gibt es manchmal Anerkennung, weil der Weg bewusst gegangen wird, man zur seiner Entscheidung steht und ein christliches Zeugnis gibt. 5. Es ist ein Wagnis, das  Mut und Engagement erfordert Jungfrauenweihe – Witwenweihe: Im Gegensatz zum Klostereintritt nicht am Beginn einer Berufung, sondern diese ist schon gewachsen. Und trotzdem: Der Mensch reift und ändert sich. Es gilt immer wieder neu; jeden Tag neu bewusst das Ja zu Christus, dem Bräutigam zu sagen Und weiter ist es ein großes Wagnis, da diese Berufung nicht jeder versteht und so auch manche Äußerung sehr verletzend sein kann.  Für viele Menschen heutzutage ist es normal, zu heiraten, vor der Ehe schon zusammen zu ziehen, wenn kein Partner mehr da ist, sich  einen neuen Partner suchen. Gott geweihte Frauen sind hier Exoten, die nicht von jedem verstanden werden. Und Engagement? Wer auf die Kirche hin geweiht ist, sollte sich auch in der Kirche engagieren.  Welche Aufgabe es ist, ist meist ihm selbst überlassen. Aber ohne in der Kirche mitzuwirken, geht es nicht. 6. Liebe teilt sich mit Liebe teilt sich nicht nur mit, Liebe teilt. Wer liebt, der möchte möglichst viel mit dem Geliebten machen, immer bei ihm sein. Beide Berufungen können nur aus Liebe heraus geschehen. Aus Liebe schenkt Christus diese Berufung. Aus Liebe erfolgt die Antwort, die die Frau dann spricht und auch öffentlich zeigt. 7. Diese Berufung ist eine Sakramentale in der katholischen Kirche Es handelt sich zwar um kein Sakrament, sondern „nur“ eine Sakramentale innerhalb der Kirche, aber ist genauso wertvoll. Und: Es ist eine Weihe. - Geweiht wird nur, was dem weltlichen entzogen wird. Alles andere sind Segnungen. Mit dieser Weihe wird das lebenslange Ja gesagt, das Ja, weiterhin nur für Christus da zu sein und für ihn zölibatär zu leben. 8. Es ist ein Stück gelebte Kirche Es ist ein Weg innerhalb der Kirche. Manche mögen dies als radikalen Weg empfinden. Aber es ist ein Weg, der die Kirche heiligt. Das tägliche Gebet gehört auf alle Fälle dazu. Aber auch sonst gilt es sich, in der eigenen Gemeinde nach Möglichkeit zu engagieren. In welchem Maße und wo, das muss man selbst herausfinden. 9. Gott ist auch bei denen, die Fehler machen Es ist menschlich, Fehler zu machen. Wir werden auf unserem Wege zur Weihe und danach wahrscheinlich immer wieder Fehler machen, auch sündigen. Aber das ist kein Problem. Christus nimmt uns trotzdem so an, wie wir sind. Und außerdem: Wir haben die Möglichkeit, uns zu korrigieren. Und wir können unser Sünde in dem Sakrament der Versöhnung vor Ihn bringen.

Eucharistische Anbetung/Aussetzung

Die eucharistische Aussetzung – wer von den Lesern geht dort gerne hin? Und dann? Wenn man dort ist? Es gibt traurige Augenblicke, die man dort erleben kann, zum Beispiel, dass sich Gläubige treffen und die ganze Zeit „volles Programm“ machen. So viel reden (beten), wie es nur geht, damit die Zeit vergeht.  Ist das wirklich der Sinn? Ich denke, NEIN!
Zwar haben Worte, persönliche Gebete hier sehr wohl auch ihren Platz, doch wichtig ist genauso, dass wir zur Ruhe kommen. Gehen wir mal vom Wort Aussetzung aus: Christus setzt sich uns aus, damit wir uns IHM aussetzen Sich aussetzen! Ein Synonym dafür ist auch sich ausliefern. Damit gibt Christus alles von sich preis. Sollte dies nicht auch ich tun? Alles von mir preisgeben? Das geht aber nur in der Stille. Wenn ich bereit bin, still zu werden, kann ich auf IHN hören, hören, was ER mir sagen will, wie ER mit mir arbeiten will und mich für sich ändern will. Bereite ich mich darauf vor. Bei der nächsten Gelegenheit der Anbetung denke daran.

Was ER euch sagt, das tut

Zum Evangelium der Hochzeit von Kana: "Was ER euch sagt, das tut!" Auf Jesus hinweisen Mit seinem ganzen Leben auf Ihn weisen Was ER sagt, darauf hört Was ER sagt, danach handelt Wie Maria handeln Nicht selbst machen wollen, sondern Christus machen lassen IHN immer mehr wirken lassen, so dass ich durch IHN wirken kann

Ein Licht für Berufungen

© Gabriele Rasenberger Für Berufungen beten und das ganze durch eine Kerze unterstürzen. Oder anders herum: Manche zünden in Kirchen einfach nur eine Kerze an, welches dann  als "Verlängerung" für das Gebet gilt, weil vielleicht auch keine Worte das Gebet fassen können. Und für manche ist es ganz schwer, für Berufungen zu beten. 
Die Diözesanstelle für Berufungspastoral im Erzbistum Freiburg bietet hier etwas Schönes an: 
Ein Karton mit Kerzen, die jeder nehmen kann, dazu ein Blatt, welches einlädt, ein  dieses Gebet zu sprechen.

Außerdem gibt es noch kleine Gebetszettel dazu, damit man ein Gebet sprechen kann: ©Gabriele Rasenberger Von jeder Pfarrgemeinde, von jeder Gemeinschaft... in der Erzdiözese kann dies angefordert werden. Vielleicht fällt es Menschen dann leichter um Berufungen zu beten?
Und vielleicht an Anreiz für andere, etwas ähnliches zu machen? Mehr dazu ist hier zu lesen

Onkel als Vorbild

Quelle und Copyright des Fotos: Daniel Jäckel/pba Eigentlich hatte ich den Onkel von Roland Weber gefragt, ob er sein Berufungszeugnis für den Blog vorstellen möchte. Er verwies mich stattdessen auf seinen Neffen, der am Samstag, 11 Juli in der Diözese Augsburg von Bischof Bertram Meier zum Diakon geweiht wird. Hier nun seine Berufungsgeschichte: Seit sieben Jahren bin ich im Priesterseminar, habe Theologie studiert und arbeite nun seit fast einem Jahr Pastoralpraktikant Meinen Berufswunsch, Priester zu werden, habe ich schon ziemlich lange. Als Neffe eines Priesters habe ich schon als kleines Kind mit Blick auf meinen Onkel gedacht, Priester sein ist toll, das will ich auch mal machen. So lange ich mich erinnern kann, war Priester einer meiner ersten Berufswünsche und ist es durch meine ganze Schulzeit hindurch geblieben. Gottes Nähe war für mich von Anfang an selbstverständlich, da wir in unserer Familie immer gemeinsam gebetet und auch über den Glauben gesprochen haben. Gott hat mich bis heute nie allein gelassen, wenn mir auch manchmal seine Nähe erst im Nachhinein aufgefallen ist. Mit der Zeit habe ich dann auch immer deutlicher gespürt, dass Gott mir mit dem großen Geschenk seiner Nähe auch den Auftrag gibt, anderen Menschen zu helfen, in Gottes Nähe zu gelangen. Nach dem Abitur habe ich aber doch noch zwei Jahre gebraucht, um zu erkennen, dass Gott mich mit diesem Auftrag wirklich zum Priester berufen wollte, worauf ich dann ins Priesterseminar eingetreten bin. In meiner jetzigen Tätigkeit mache ich viel mit den Ministranten und der Pfarrjugend, bin bei Alpha-Kursen und Bibelkreisen dabei, unterrichte Religion in der Schule und helfe mit bei der Gottesdienstvorbereitung. Einen großen Teil des Pastoralpraktikums machen auch verschiedene Ausbildungseinheiten aus. Ich habe in diesem Jahr schon öfters in Wortgottesdiensten und Andachten gepredigt, was immer sehr spannend ist, weil ich mich intensiv mit den Bibeltexten auseinandersetzen darf und so ganz neue Dinge darin entdecke, die ich dann an die Gemeinde weitergeben kann. Bei all der Arbeit wird mir immer mehr deutlich, wie schön es ist, nicht aus eigener Kraft arbeiten zu müssen, sondern im Vertrauen auf die Hilfe des Heiligen Geistes. Eine Sache ist mir in meiner Priesterausbildung besonders bei den zahlreichen Beerdigungen aufgefallen: Die Gemeinschaft der Kirche ist so stark, dass sie durch nichts auseinandergerissen werden kann, nicht einmal durch den Tod, weil sie von Jesus zusammengehalten wird. Was gibt es Schöneres, als für diese Kirche arbeiten zu dürfen? Auch wenn ich dafür auf eine eigene Familie verzichte, bin ich sehr froh darüber, dass Gott mich zum Dienst in seiner Kirche berufen hat. Wer dies Zeugnis liest, möge für Ordensleute und Priester beten, dass Sie durch ihr Wirken in der Verwandtschaft ein Zeugnis sein können, welches ansteckt.

Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen

Pfarrer Michael Maas ist der Leiter des Zerntrums für Berufungspastoral in Deutschland. Er hat für diesen Blog sein Berufungzeugnis geschrieben: In der 9. Klasse hatte ich in der Schule zu wählen. Französisch oder Alt-Griechisch. Die Wahl fiel mir leicht: Französisch. Denn Alt-Griechisch hätte ich ja nur brauchen können, wenn ich Lateinlehrer hätte werden wollen oder Priester. Beides konnte ich locker ausschließen. Als ich aber dann so zirka 16 Jahre alt war und im Gottesdienst immer wieder um geistliche Berufungen gebetet wurde, etwa in den Fürbitten, hatte ich mich direkt angesprochen gefühlt. Zu der Zeit hatten wir auch zwei Priester aus unserem Ort, die ihr Weihejubiläum feierten. Da spürte ich irgendwie: „Du musst das auch machen.“ Daheim dachte ich dann darüber nach und kam schnell zu dem Ergebnis: Nein, lieber nicht. Denn da müsste man auf Ehe und Familie verzichten – und das wollte ich nicht. Und da müsste man predigen – und das konnte ich nicht. Es sprach also alles dagegen. So ging das eine ganze Weile hin und her. In der Kirche beim Gottesdienst hatte ich den Eindruck, dass der liebe Gott mich genau dafür haben wollte. Daheim beim Überlegen, was das bedeuten würde, schloss ich es schnell wieder aus. Zu dieser Zeit war ich in einer Jugendgruppe der Schönstattbewegung, in der wir uns einmal im Monat zum Bibelteilen getroffen hatten. Normalerweise lasen wir den Text des kommenden Sonntagsevangeliums, um uns so besser auf die Messfeier vorzubereiten. Doch an diesem Tag hatte derjenige, der das Treffen gestaltete, aus irgendeinem Grund eine andere Bibelstelle ausgewählt: die Berufung des Propheten Jeremia. Da heißt es sinngemäß, dass Gott zu Jeremia spricht, dass er ihn schon im Mutterleib dazu bestimmt hat, Prophet zu werden. Jeremia beeindruckt das allerdings weniger. Er will diese Aufgabe nicht antreten, es sprechen zu viele Gründe dagegen. Er fühlt sich noch zu jung; er kann nicht reden; er weiß, dass ein Prophetenschicksal hart sein kann. Also sagt er Gott erst einmal ab. Doch Gott lässt nicht locker. Er sagt ihm, dass das sicher alles zutreffe, dass er aber mit seinem Mitgehen genauso rechnen dürfe. Dass er zu der Sorge und Schwachheit, die Jeremia empfindet, seine Stärke und Kraft dazu gibt. Das lässt Jeremia letztlich zusagen und seiner Berufung folgen. Als ich das las, habe ich mich sofort in dem Propheten Jeremia wiederentdeckt. Und ich habe mir gedacht: so berechtigt deine Bedenken sind, der Berufung zum Priester zu folgen – so sehr fehlt ihnen letztlich die Substanz auf dem Hintergrund, dass Gott auch mit dir ist und dich begleitet. Ich habe gemerkt: alle meine Ausreden, dem zu folgen, was Gott von mir will, sind gemeinsam mit den Ausreden des Jeremia in sich zusammengebrochen. In diesem Moment war mir klar, dass ich nun an den Toren des Priesterseminars würde anklopfen müssen. Es hatte dann zwar noch eine Weile gebraucht, bis ich das meiner Familie, meinen Freunden und in der Pfarrgemeinde sagen konnte: aber die Entscheidung war getroffen! In den folgenden Jahren im Studium konnte ich erste Schritte auf dem Weg meiner Berufung gehen und entdecken, dass vieles von dem, was ich für vermeintlich unüberwindbar hielt, tatsächlich gar nicht so schwierig war. Zugleich kamen immer wieder neue Fragen und Herausforderungen, vor denen ich stand. Immer wieder konnte ich aber erleben, dass die Zusage Gottes gilt und er mich in allen Schwierigkeiten getragen hat. So konnte ich mein „Ja“ zur Weihe im Jahr 2003 dann gerne geben. Und auch in meinem priesterlichen Dienst hat sich dies dann fortgesetzt. Als ich etwa vom damaligen Erzbischof Robert Zollitsch gefragt wurde, ob ich sein Sekretär werden würde, sah ich mich dazu wiederum nicht in der Lage. Viele andere Beispiele könnte ich nennen. Letztlich habe ich in den vergangenen 17 Jahren gemerkt: immer dann, wenn ich mir selbst zu sicher war, dass etwas klappt; wenn ich mich zu sehr auf meine eigenen Kräfte verlassen habe, bin ich gescheitert. Wo ich aber auf das Mitgehen Gottes angewiesen war und mich ihm anvertraut habe, konnte ich etwas bewirken. So gehe ich trotz mancher Schwierigkeiten, die auch künftig zu erwarten sind, zuversichtlich in die Zukunft, wissend darum, dass ein Berufungsweg niemals abgeschlossen ist und immer wieder voller spannender Wendungen weitergehen wird. In all dem ist nämlich letztlich nur eines entscheidend: Gott geht diesen Weg mit. Alle, die dieses Zeugnis lesen, mögen für diejenigen beten, die eine Aufgabe in der Berufugspastoral haben.

Gottes Wege sind unergründlich

Aufgewachsen bin ich in einer gut katholischen Familie.  Es war klar, dass wir jeden Sonntag in die Heilige Messe gehen – und natürlich an den Feiertagen.  Auch als meine drei Geschwister und ich Jugendliche und junge Erwachsene waren, war für meine Eltern klar, dass wir „solange wir in ihrem Hause sind und wohnen“ in die Heilige Messe mitgehen sollen. Da es für mich eine Selbstverständlichkeit war, bin ich eben mitgegangen. Als dann jedoch eine Gemeindemission war, war mir dies zu viel. Da wollte ich nicht mit hingehen. Meine jüngere Schwester nahm mich dann in den nächsten Tagen mit, denn ich wir konnten eine  Jugendmesse mit vorbereiten und uns beteiligen. – So lernte ich auch die Schwestern der Gemeinschaft kennen, bei denen ich später eintrat. Hier machte ich mich ca. 15 Jahren die ersten Besinnungstage, die ein Priester hielt, der zu der Gemeinschaft gehörte, die meine Heimatgemeinde betreuten. Wieder war es meine jüngere Schwester, die mich mitnahm, denn sie wollte nicht alleine dorthin gehen. So schloss ich mich an. Es wurden noch mehrere Besinnungstage die ich mitmachte. Mit ungefähr 19/20 Jahren spürte ich die Berufung zu engeren, ehelosen Nachfolge. – Ich wehrte mich dagegen. Doch irgendwann ließ ich mich darauf ein. Nur: Wie sollte dies gehen? Da ich nur eine Ordensgemeinschaft kannte, sprach ich die Schwestern an. Sie nahmen mich in den folgenden Jahren öfters mit zu Lobpreisabenden, ich machte auch Kloster auf Zeit. Da ich ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde eingebunden war, begann ich an einer Fachakademie für Gemeindepastoral dann irgendwann das Studium zur Gemeindereferentin.  Zu diesem Studium gehörten jährliche Besinnungstage. Und für uns Studierenden war es verpflichtend einmal in der Woche in die Heilige Messe zu gehen und einmal in der Woche ein gemeinsames Morgengebet zu halten. Diese machte ich auch mit. Aber sonst? Zu der Zeit machte ich Exerzitien bei dem Priester, der auch die  Besinnungstage gehalten hatte. Daher wusste ich, dass man mit ihm reden kann, er Spaß versteht und es bestimmt locker wird. Wie täuschte ich mich. Als er hörte, dass ich während des Studiums nur bei den „Pflichtveranstaltungen“ für das geistliche Leben mitmache wurde er richtig streng.  Wie ich denn einen kirchlichen Beruf ergreifen könne, ohne das geistliche Leben auch täglich zu pflegen. – So ähnlich war das, was er mir mitgab, aber so, dass es saß. – Ich ging danach täglich in die Heilige Messe, fing an täglich das Stundengebet zu beten. Beides  ist bis heute für mich wichtig. Anschließend trat ich bei den Schwestern ein, bei denen ich mich sehr wohl fühlte. Doch es gab so einiges, was ich nicht gut fand. Schon während des Noviziates sagte ich: „Es müsste ein neuer Franziskus her.“ Im Kloster hatte ich nämlich alles was ich brauchte, ich konnte mich gut einrichten. Es fiel mir einiges mehr auf. Mir war klar, dass es eben kein christliches Reiki gibt, ich hätte gerne kontemplativer und ärmer gelebt, zugleich das Stundengebet ausführlicher gebetet… Aber ich fühlte mich unter meinen Mitschwestern wohl, merkte aber auch: Diese Gemeinschaft ist eigentlich nicht meine Berufung. Doch es dauerte noch lange, bis ich loslassen konnte, es gab einen Kampf, mit einer Sabbatzeit. Hier wurde mir die tägliche Anbetung immer wichtiger. Erst als es auf die ewige Profess zuging konnte ich ehrlich sein und verließ schweren Herzens die Gemeinschaft. In der weiteren Zeit führte mich Gott mehr und mehr. Ich arbeitete als Pfarrhaushälterin bei einem Priester, der nicht an Wunder glaubte, dem es nicht Recht war, wenn ich täglich in die Heilige Messe ging. So spürte ich immer mehr und mehr meine Berufung für Priester zu beten. Ich versuchte in eine andere Gemeinschaft einzutreten im Ausland. Für die Gemeinschaft stand fest, dass ich berufen bin. – Aber ich wurde mit dem Satz zurückgeschickt: „Gott will dich in Deutschland haben“ – Damit konnte ich damals gar nichts anfangen. Ich empfand es als verletzend. Doch wo wollte mich Gott haben? Im Kloster? Mitten in der Welt? In einer anerkannten Form des geweihten Lebens? So nach und nach lernte ich immer mehr auf Gott zu hören, hatte immer wieder sehr gute geistliche Begleiter. Zwar gibt es immer wieder Kämpfe, auf und Nieder. Aber das gehört dazu. Wichtig ist immer wieder neu zu wissen, dass ich zu Jesus Christus gehöre, dass ER mein Geliebter ist. Ich fühle mich als Christi Braut, mitten in der Welt, als geistliche Priestermutter. Und mir sind die Weltnachrichten wichtig, die ich mit ins Gebet nehme. Ich lebe fast eremitenhaft, merke aber gleichzeitig meinen Auftrag, mehr für den Glauben und Berufungen zu tun. Ich lasse mich führen und bin gespannt, was Gott noch für mich vorhat. Wer dieses Zeugnis liest, möge für alle Laien mitten in der Welt beten, die versuchen Gottes Ruf zu leben.

Von klein auf in den Glauben hineingewachsen

Mein Name ist Steffen Kolb. Ich bin 41 Jahre alt und wirke in der Erzdiözese Freiburg. Schon als kleiner Bub nahm mich meine Mutter immer mit in die hl. Messe. Somit wuchs ich wie selbstverständlich mit der hl. Messe auf und lernte einen positiven Umgang mit ihr. Nach der hl. Messe gehörte das „Schwätzle“ mit guten Leuten einfach dazu und der Heimweg dauerte somit oft eine Stunde. 1988 ging ich mit zwanzig weiteren Kindern zur hl. Erstkommunion und wurde sofort Ministrant. Unser Mesnerehepaar in Bruchsal war sehr fürsorglich und der Mesner ein echtes Original. Das machte mir das Ministrieren sehr leicht. Mein Heimatpfarrer kümmerte sich auch sehr gut um „seine“ Minis. Anfangs bewunderte ich seine Messgewänder und erfreute mich am Weihrauch. Da ich ein Mensch bin, der mit allen Sinnen glaubt, konnte der Herr hier eine Einfallstür bei mir finden. Die hl. Messe mit ihren bei mir unter die Haut gehenden Riten war die Eingangstür des Rufes Gottes, Priester zu werden. Bald nach meiner Erstkommunion ministrierte ich bei jedem Schülergottesdienst. Schnell kamen der Montag und der Freitag hinzu. Vor den Werktagsmessen wird in meiner Heimatkirche immer der Rosenkranz gebetet. Das ist das zweite Standbein meiner Berufung. Neben der hl. Messe trug mich - das erkannte ich im Nachhinein - immer die liebe Gottesmutter hin zum Priestertum. Sie rief: „Steffen, werde mein Priester.“ Die netten „Omas“, welche den Rosenkranz vorbeteten, waren tiefgläubig. Es waren einfache Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Siedlung kamen. Solche Leute sind mir heute noch sehr lieb. Sie glauben einfach der Kirche und gehen mit der Gottesmutter den Weg der Kirche dem Himmel entgegen. Schon bald nahm mich eine Kroatin aus der Siedlung mit in die Stadt zu Abendmessen. Dort lernte ich einen tieffrommen Priester kennen, der immer vor der hl. Messe stille Anbetung hielt. Das blieb hängen! Ich lernte das Zwiegespräch mit Jesus kennen. Noch heute besuche ich diesen Priester gerne. Ebenso nahm mich diese Frau als Jugendlicher mit in einen Gebetskreis und in eine Sühnenacht. Eine Familie, die diese Sühnenacht besuchte, erkannte meine Berufung auch und ermunterte mich, Priester zu werden. Gerne ministrierte ich auch dort. Manchmal war es Zwang: „Jetzt ruft die Kroatin schon wieder an. Eigentlich will ich nicht mit.“ Im Nachhinein muss ich sagen, es war Gottes Ruf. Sagte doch Papst Benedikt einmal: „Der Glaube muss eingeübt werden. Anfangs fiel es mir schwer, einen ganzen Rosenkranz zu beten. Nur durch Einübung schaffte ich es, den ganzen Rosenkranz zu beten. Als dies geschafft war, kam die Freude hinzu. Heute bete ich ihn täglich mit Freude.“ Nach der Realschule kam das Abitur, danach die Anmeldung im Priesterseminar. Nicht alles ging leicht von der Hand. Immer trug mich das Gebet der Gläubigen Bruchsals. So mancher Ausbildungsinhalt fiel mir schwer. Weiterhin trug mich die Messgnade, der Rosenkranz, die Eucharistische Anbetung. Ein guter Pater an St. Martin war eine große Hilfe. Seine Messen waren Halt für mich. Bei ihm ministrierte ich gerne. Eine große Stütze war und ist mir bis heute ein Kurskollege, der mit mir studierte und jetzt im Odenwald wirkt. Er nahm mich 2001 einmal mit zu einem italienischen Padre, der Pater Pio noch persönlich kannte und sein Werk durch ein Säkularinstitut fortführt. „Seine“ frommen Priester ermunterten mich ebenso: „Du musst Priester werden. Jesus ruft dich.“ So ergibt sich für mich letztlich ein schönes Bild, das vom Himmel aus mit verschiedenen Puzzleteilen zusammengefügt ist: 1. Die hl. Messe ist der Grundstein meiner Berufung. Noch heute zelebriere ich täglich mit großer Freude und möchte diese Freude den Gläubigen vermitteln. 2. Die Gottesmutter ist Gnadenmittlerin meiner Berufung. 3. Die Eucharistische Anbetung „personalisierte“ meine Priesterberufung. Durch den guten Stadtpfarrer lernte ich das persönliche Gespräch mit Jesus kennen. Mit ihm besprach ich das Ganze. 4. Durch den Kurskollegen kam der Gehorsam zur Kirche und ihrem Glauben hinzu. Der Padre lehrte seine Priester wie früher Pater Pio in diesen Dingen und sagte oft: „Seid in all dem der Kirche einfach liebend gehorsam. Der Gehorsam zum kirchlichen Glauben ist der Schlüssel zum Himmel. 5. Ein weiterer Studienkollege machte mich kurz vor Abschluss des Studiums mit der geistlichen Familie „Das Werk“ bekannt. Dort trat ich schließlich als Diözesanpriester ein und legte das „Heilige Bündnis“ mit dem Herzen Jesu ab. Diese Gemeinschaft ist mir eine große Hilfe, meine priesterliche Identität zu schärfen und als Priester/geistlicher Vater der Kirche zu dienen, damit Viele zu ihrem Glauben kommen und Früchte für den Himmel sammeln. In Jesus Christus beheimatet, möchte ich die Freude des kirchlichen Glaubens meinen „Pfarrkindern“ vermitteln und einfach wie Pater Pio oder gar die liebe Gottesmutter Werkzeug des Himmels sein: Gehorsames Werkzeug im Auftrag des Herrn, damit die Kirche wieder wächst wie in der Apostelgeschichte. Wer dieses Zeugnis liest, möge nicht nur für diesen Priester beten, sondern für alle Diözesanpriester, die gleichzeitig in irgendeiner Art und Weise einer Gemeinschaft angegliedert sind.

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