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Rosenkranz um Berufungen

Rosenkranz um Berufungen

Ein Rosenkranz kann man immer beten, nicht nur im sogenannten Rosenkranzmonat
So möchte ich auf den Rosenkranz aufmerksam machen. Man kann ihn in vielen Anliegen beten. Man kann auch eigene Gesätze für Berufungen einfügen. - Noch schöner ist es natürlich, wenn man mit vielen anderen für Berufungen betet. Hierfür gibt es den Rosenkranz, der oben zu sehen ist, in Erzdiözese Freiburg bei Berufe der Kirche. Mit dabei sind einzelne Gesätze.
Gleichzeitig weiß man sich mit verschiedenen Betern verbunden. DaherMitmachen, sich mit anderem im Gebet für Berufungen verbinden.

Tiefer sehen - mit dem Blick Jesu

Tiefer sehen - mit dem Blick Jesu

Sich überschneidende-, aber keineswegs deckungsgleiche Blickwinkel bieten die heutigen Bibeltexte. Gottes Willen wahrzunehmen und ihm so weit als möglich im eignen Tun zu entsprechen, das ist wohl die gemeinsame Mitte, das gemeinsame eigentliche Anliegen, das hinter beiden Bibeltexten steht – und die doch zu so weit auseinanderliegenden Haltungen und Verhaltensweisen führen können, wie sie dann im Evangelium zu Tage traten. Was so manche medizinische Untersuchungen im Bezug auf die Gesundheit oder Krankheit eines Menschen als Ergebnis liefern, es ist oft äußerlich noch nicht so offensichtlich. Ja, Außen- und Innenansichten müssen nicht-, können sich aber sehr deutlich unterscheiden. - Und dies gilt wohl ebenso für die angemessene oder unangemessene Umsetzung von Gottes Willen. Zwar wird vermutlich niemand unter uns als Christ alle jüdischen religiösen Gebote im Blick haben und sich ihnen verpflichtet fühlen, doch auch im Christentum tritt in vielen Bereichen eine große innere Spannung zu Tage, wie in angemessener Weise, dieser Wille Gottes erkannt und gelebt werden kann und welche Rolle dabei die ausformulierten Gebote und kirchlichen Regeln haben sollen oder können. Und diese Spannung der Auslegungen, sie ist keineswegs gering oder unbedeutend. Jesus hat sie letztlich das Leben gekostet. Aber auch innerhalb der Kirche im Heute führen solche unterschiedlichen Auslegungen immer wieder zu Konflikten und zu verordneten „Lösungen“, die wohl keineswegs immer der Sicht Jesu und seinem Umgang mit Gottes Willen entsprechen. Es war schon Jesus bzw. seine Jünger, die auch im Abschnitt heute angegriffen und angeklagt wurden, - und auf die Jesus dann eindeutig re-agierte. Und es sind besonders traditionsverhaftete Kreise auch in der Kirche, die den Anspruch erheben, allein ihre Weise Liturgie zu gestalten, ihr Verständnis von der Wahrheit von Dogmen oder von Tradition, von Kirchengeschichte sei der von Gott allein gewollte und allein mögliche Ansatz den Glauben zu leben. Jesus aber lebte anders. Gerade weil ihm Zeichen-Handlungen so wichtig waren, um Gottes Willen darin anklingen und durchscheinen zu lassen, war es ihm aber daran gelegen, dass sie wahrhaftig und von Herzenswärme und Barmherzigkeit geprägt seien und Gebote nie als Vorwand dienen dürfen, nicht zu lieben, nicht personenorientiert zu handeln. Jesus, der erkannte, dass die finanziell kleine Spende einer armen Witwe im Tempel viel mehr wert war als finanziell viel größere Spenden Reicher, - oder der den Glauben auch so mancher Nicht-Juden so manchen von sich überzeugten, selbstgerechten frommen Juden gegenüber als für alle vorbildlich hervorhob, der die Demut und der Liebe mancher von frommen Kreisen abgestempelten Sündern als größer wahrnahm, als deren eigenen Glauben und Liebe, Jesus, der dem Petrus auch nachdem dieser ihn in der Nacht vor seiner Kreuzigung verleugnet hatte, dann nach seiner Auferstehung doch den Hirtendienst für alle anderen übertrug, … er wusste wohl wirklich zu recht zu differenzieren und abzuwägen und tiefer zu schauen – er erwartet solches Bemühen aber auch von jedem/ und jeder von uns -und von jedem in der Kirche, erst recht, wem ein geistliches- und Leitungsamt darin anvertraut ist. Nutzen wir unsere Energien, nicht um andere zu be-urteilen, - das dürfen und sollten wir wohl getrost Christus, Gott selbst überlassen – nutzen wir unsere Energien, um von Herzen Liebe zu wagen auch weit über jene Mindestmaße, die Gebote oft als Orientierung oder Leitplanken benennen. Denn Gott traut uns mehr zu ! Amen

Bruce Allmächtig - ein Berufungsfilm

Bruce Allmächtig - ein Berufungsfilm

Quelle: Fotolia Als ich den Film „Bruce Allmächtig“ vor etlichen Jahren das erste Mal sah, war ich begeistert von dem Film. Aber es gibt auch andere Personengruppen: Diejenigen, die den Film einfach nur witzig finden und diejenigen, die ihn als den größten Blödsinn sehen. - Oder eben die Leute wie ich. Gerade bei bewussten Christen konnte ich erleben, dass sie die Botschaft in diesem Film sehen, der einen etwas übertriebenen Humor hat. Schon zu Beginn des Filmes merkt man, dass Bruce nicht mit allem zufrieden ist. Einer der ersten Sätze, den er spricht lautet: „Gott, wieso hasst du mich?“ Bruce ist Reporter eines Senders, für die kleinen Alltäglichkeiten zuständig, mit denen er sich auch mal lächerlich macht und damit ist er nicht zufrieden. Er strebt nach mehr. Zudem läuft es auch bei einigen anderen Sachen nicht so, wie Bruce es sich wünscht: Ob nun seine Lieblingsmannschaft ein Spiel verliert, der Hund nicht stubenrein ist, oder Bruce im Stau steht und so zu spät zur Arbeit kommt. Doch er bekommt seine Chance. Allerdings läuft es anderes, als es geplant ist. Der Grund ist auch zu erfahren, eine Mitteilung, nach der Bruce seine ganze Wut rauslässt. So ist es kein Wunder, dass Bruce seine Arbeit verliert. Und gleichzeitig hat er Pech, weil er sich mit einer Bande anlegt, da er einem obdachlosen Mann helfen wollte. So ist Bruce klar, dass Gott ihn ignoriert. So schimpft er richtig auf Gott. Bruce ist anschließend so verzweifelt, dass er zu Gott betet, ihn um Rat fragt, ein Zeichen will, sogar ein Wunder. Er bittet Gott: „Greif in mein Leben ein.“ Aber da Bruce dabei auch den Verkehr gefährdet, endet es anders, als er hofft. Er ist wieder wütend auf Gott, macht auch vor Blasphemie nicht Halt und ruft: „Zerschmetter mich, du allmächtiger Zerschmetterer!“ Bruce wirft Gott vor, dass dieser nicht alles richtig macht. Doch Gott meldet sich bei Bruce, aber anders als erwartet. In einem Haus trifft Bruce auf jemanden, von dem sich später herausstellt, dass es Gott ist. Hier ergibt sich ein Gespräch, bei dem es sich wirklich lohnt, richtig hinzuhören, denn immer wieder ist da eine Botschaft dabei. Schon zu Beginn, als Bruce das Licht zu grell ist, kommt die Antwort: „ So empfinden es die meisten, die ihr Leben im Dunkeln verbringen, um sich vor mir zu verstecken.“ Da Bruce Gott ja vorgeworfen hatte, dass dieser nichts richtig macht, bekommt Bruce bei diesem Gespräch den Auftrag, dessen Job zu machen. Zwei Regeln gibt es dabei: Bruce darf keinen sagen, er wäre Gott und jeder Mensch behält seinen freien Willen. Vielleicht überlegt sich mal an der Stelle jeder selbst, wie er/sie handeln würde, wenn er an Bruce Stelle wäre mit all dem, was er durchgemacht hat. Bruce muss sich erst daran gewöhnen, dass er wirklich die Eigenschaften von Gott hat. Aber er bleibt eben Mensch, was man dann auch an seinen Aktionen, die er macht merkt. Dabei denkt er jedoch nicht an die Auswirkungen. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Bruce immer öfters Stimmen hört, nicht weiß, was dies ist und daher auch falsch reagiert. Gott sagt im später, dass es sich hierbei um Gebete handelt, die er einfach nicht beantwortet. So versucht Bruce ein System dafür zu finden. Es bleibt nicht aus, dass Bruce sich als der Größte fühlt. Es kommt schließlich soweit, dass Grace, seine Freundin, aufgrund einer Situation von ihm trennt. Erst später im Verlauf des Filmes, als Bruce bei seiner Arbeit als Gott das erreicht hat, was er erreichen wollte, erkennt er, dass er nicht weit genug gedacht hat. Er gibt diese Arbeit schließlich auf. Als er die Auswirkungen sieht ruft er nach Gott. Hier auch wieder ein gutes Gespräch mit Gott. Gott erklärt Bruce, was wirklich ein Wunder ist. Gut hinhören lohnt sich! Nach dem Gespräch ändert sich Bruce, auch sein Verhalten. Ihm wird einiges klar. Nun weiß er, was seine Berufung im Leben ist.

Mich an Gott binden

Mich an Gott binden

Professpredigt ( von Erzabt Wolfgang Öxler OSB – St. Ottilien) Joh 15 Nachfolge - Mich an Gott binden © Filip Vukina Geschichte der Faden nach oben Eines schönen Morgens glitt vom hohen Baum am festen Faden die Spinne herab.
Unten im Gebüsch baute sie ihr Netz, dass sie im Laufe des Tages immer großartiger entwickelte und mit dem sie reiche Beute fing. Als es Abend geworden war, lief sie ihr Netz noch einmal ab, um es auszubessern. Da entdeckte sie einen Faden, der ihr schönes Netz störte, weil er nicht in das Muster hineinpasste. Außerdem schien er vollkommen sinnlos zu sein - keine einzige Fliege hatte sich daran gefangen. Da sie schlecht gelaunt war und auch nicht mehr wusste, wozu er diente, biss ihn kurzerhand ab. Sofort fiel das Netz mit ihr in die Tiefe, wickelte sich um sie wie ein nasser Lappen und erstickte sie; denn es war der Faden, an dem sie herabgestiegen war und der das Netz über den Boden hielt. Den roten Faden in meinem Leben immer wieder zu finden. Das heißt immer wieder Orientierung zu finden. Wo geht mein Leben hin? Der Faden ist ein schönes Bild für die Ablegung der Profess. Der Professe bindet sich an Gott und zugleich an das Netz der Gemeinschaft. Den roten Faden in meinem Leben immer wieder zu finden. Das heißt immer wieder Orientierung zu finden. Wo geht mein Leben hin? Der Faden ist ein schönes Bild für die Ablegung der Profess. Der Professe bindet sich an Gott und zugleich an das Netz der Gemeinschaft. Im Evangelium wir uns das Bildwort vom Weinstock vor Augen gestellt. Hier geht es um das bleiben, das angebunden sein an Jesus Es lenkt unseren Blick darauf, dass wir nur durch bleibende Verbundenheit mit ihm Frucht bringen können. Jesus wünscht sich eine solche Beziehung zu seinen Jüngern, zu uns Menschen, wie sie zwischen Weinstock und Rebe besteht. Es geht Jesus um das BLEIBEN – wechselseitig: Er in uns und wir in ihm. In Christus bleiben – ist ein wesentliches Kennzeichen des Christseins und des Ordenslebens. Die organische Verbindung der Rebzweige mit dem Weinstock ist ein Bild für dieses Bleiben. Das Wort Erwählen bedeutet im griechischen Urtext: sich einspannen, anspannen lassen, loslassen und sich binden lassen. (Bild vom Faden) Es geht darum, dem „Einen Notwendigen“ nachzugehen, mit Mut zum Wagnis sich auf den Weg zu machen. Immer wieder den Faden meines Lebens aufzugreifen und wissen woran mein Leben eigentlich hängt. „Ohne mich könnt ihr nichts vollbringen“. Ohne ihn können wir die tollsten Netzwerke aufbauen, damit das Leben in unserer Klostergemeinschaft floriert und wächst, aber wenn wir den Faden nach oben verlieren fruchtet nichts. Verbunden mit IHM heißt auch verbindlich zu bleiben, auch wenn ich damit angebunden werde und eingebunden und nicht jede Möglichkeit entfalten kann. Ein Mensch, der sich alle Möglichkeiten offen lässt macht zwar vielfältige Erfahrungen, reift aber nicht zu einer verlässlichen Persönlichkeit, die sich an etwas bindet. Freiheit und Bindung gehört wesentlich zusammen. Wer Frucht bringen will, muss den göttlichen Lebensstrom in sich hineinlassen. Sich einlassen auf Gott um Mensch zu werden. · Am Weinstock bleiben heißt durchlässig werden für den Lebenssaft Gottes. · Am Weinstock bleiben heißt sich von liebegewordenem Trennen, wenn es längst fällige Veränderungen blockiert. Jesus Christus, wer sich mit dir verbunden und von dir geliebt weiß, der kann loslassen, weil er sich gehalten weiß der kann herschenken, weil er die Fülle kennt der kann verzichten, weil er sich reich fühlt der kann einstehen, weil einer für ihn einsteht der kann teilen, weil er beschenkt wird der kann Stellung beziehen, weil er Stand hat der kann bedingungslos lieben, weil er von dir Kraft hat.

Augen haben für Jesus

Augen haben für Jesus

Professpredigt: Erzabt Wolfgang Öxler OSB, St. Ottilien Ev. Mk 10,46-52 Bartimäus Profess - Augen für Jesus haben Augen für Jesus haben - „Das was Du im Auge hast das prägt und trägt dich, in das hinein wirst du verwandelt. (Heinrich Spaemann) Dieser Satz begleitet mich schon sehr lange. Man könnte auch kurz sagen: Wohin ich schaue, dahin komme ich. Worauf schaust Du? Wer auf Jesus blickt, der landet auch bei ihm. In einem geistlichen Lied heißt es: „Im Schauen auf dein Antlitz, da werden wir verwandelt“. Wir sind vielleicht nicht blind, wie Bartimäus – aber Brillenträger. Für jede Gelegenheit besitze ich eine Brille. Meine Familienbrille, meine Kirchenbrille, meine Parteibrille, meine Arbeitsbrille. Die Brille meiner Vorurteile. Mein Novizenmeister hat mir aufgetragen, immer wieder in die Kirche zu gehen und den Blick auf Jesus zu richten, der bei uns am Hochaltar dargestellt ist. Vom heiligen Pfarrer von Ars wird erzählt, dass er beim täglichen Gang durch seine Kirche immer wieder einen Bauern antraf, der stundenlang in einer Bank saß und still zum Tabernakel schaute. Eines Tages sprach er ihn an: "Was tust du hier die ganze Zeit?" Der Bauer antwortete: "Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das genügt."
Im Blick Jesu darf ich die Liebe Gottes zu mir und allen Menschen entdecken, denn er ist ja in diese Welt gekommen, um uns seine Liebe zu bringen und vorzuleben. Sein Blick auf mich vermag die Wunden meiner Seele zu heilen. Mein Blick auf ihn schenkt mir die Zuversicht, von Gott geliebt zu sein. Er gibt Kraft und Mut zum Leben und zum Lieben. Bartimäus wirft seinen schützenden Mantel von sich ab. Der Mantel als Zeichen für das, was noch an mir hängt, wo ich denke das brauche ich unbedingt. Berufung hat immer auch mit Loslassen zu tun. Bartimäus geht auf Jesus zu und man könnte meinen er heilt ihn jetzt. Nein er stellt ihm die Frage: „Was willst du dass ich dir tue?“ Dieser Jesus nimmt uns auch die Entscheidung zur Berufung nicht ab. Er ruft und ich muss mich entscheiden und JA sagen. Dazu braucht es auch für mein Leben eine Entschiedenheit. In dem Wort Entschiedenheit steckt auch das Wort Scheidung. Man kann nicht alles haben! Und Bartimäus antwortet: Rabbuni, ich will wieder sehen können. Das ist eine sehr vertrauliche Antwort. Nachfolge, Berufung braucht diese vertrauliche und tiefe Beziehung zu dem Rabbuni. Jesus heilt den Bartimäus und öffnet im die Augen des Herzens. Da sagte Jesus: Geh! Dein Glaube, dein Vertrauen hat dir geholfen. Er konnte wieder sehen und folgte Jesus nach. Auch wenn unsere Augen blind sind geht es darum, daß wir Jesus mit unserem Herzen sehen. Es geht um diese enge und liebende Beziehung zu Jesus. Herr, öffne mir die Augen Herr, öffne mir die Augen, mach weit meinen Blick und mein Interesse, damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne. Herr, öffne mir die Ohren, mach mich hellhörig und aufmerksam, damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe. Herr, gib mir ein großzügiges Herz, das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat. Herr, ich weiß, dass ich nur lebe, wenn ich mich von dir rufen und verwandeln lasse. Amen.

WAAAS? Kein Sex vor der Ehe?

WAAAS? Kein Sex vor der Ehe?

Der Autor möchte namentlich nicht genannt werden ©Gabriele Rasenberger Kein Sex vor der Ehe!? Eine verklemmte Sexualmoral oder doch ein guter Ratschlag? Aus eigener Erfahrung möchte ich hierzu ein paar Gedanken loswerden. Auf den ersten Blick, das gebe ich selber zu, mag dieses Gebot als „etwas aus der Zeit gefallen“ erscheinen; aus einer Zeit der Doppelmoral und Verklemmtheit, aus einer Zeit, in der man sich für vielleicht auch das Leibliche geschämt hat – obwohl doch unser Leib etwas Wunderbares ist. Denn mit ihm können wir riechen, schmecken, sehen, fühlen und erleben! Ja, wir „wohnen“ in unserem Leib! Und in guten christlichen Sinn sprechen wir auch vom Leib als Tempel des Heiligen Geistes (vgl. Bibel 1. Kor. 6, 19). Damit kann unser Leib also nichts Schlechtes haben, sondern er ist durch und durch gut – auch im geschlechtlichen Sinn. Also ist auch die Geschlechtlichkeit nichts, für das wir uns schämen brauchen. Und auch der geschlechtliche Verkehr hat erst einmal nichts Schlechtes; schließlich sind wir alle(!) daraus hervorgegangen… Kurzum: Ohne Sex wären wir alle nicht hier; nicht einmal der Papst! Was soll das also, mit der ganzen kirchlichen Sexualmoral (die sich in gleicher Weise ja nicht nur in der römisch-katholischen Kirche findet, sondern in vielen christlichen Denominationen sowie auch in anderen Religionen, Weltanschauungen und Wertesystemen)? Nun, da lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen: Was wird denn überhaupt genau gesagt und warum wird das gesagt? Z. B. bei der Regel „Kein Sex vor der Ehe“. Hier sagt die Kirche nicht: „Kein Sex“, sondern „Kein Sex VOR der Ehe.“ Oder mit anderen Worten formuliert: In der Ehe darfst du mit Deinem Partner, deiner Partnerin Sexualität leben! Die Ehe ist der Raum, in dem Du sie mit voller Freude und in Freiheit genießen kannst! Denn im Ehebund begegnen sich zwei Menschen, die idealerweise JA zueinander gesagt haben; die einander zugewandt sind und sich so akzeptieren, wie sie sind. Hier begegnen sich Menschen, die einander zugeneigt sind. Und wenn sich diese Menschen sexuell begegnen, so ist das frei von Leistungsdruck und tatsächlich ergänzt um hingebungsvolles Geben und Empfangen (vgl. auch Theologie des Leibes von Papst Johannes Paul II.) Denn Sexualität kann uns Menschen, und das bestätigen auch Psychologen, ganz schön unter Druck setzen: Selbstzweifel, Leistungsdruck, der Druck einem Ideal zu entsprechen können ganz schön an einem nagen. Ich denke, davon können einige berichten (wenn sie sich denn trauen). Doch bei einer ehrlichen Betrachtung kann nur zugegeben werden, dass solches in einer guten und ehrlichen Ehe eigentlich nicht vorkommen kann – denn in einer Ehe, in der wir ja ein umfassendes JA zum anderen Menschen gesagt haben, können wir uns fallen lassen. Denn wir müssen keine Rolle spielen. Das ermöglicht ein viel befreiteres sexuelles Erleben. Ein anderer Aspekt ist es, sich vielleicht auch ausgenutzt zu fühlen. Wollte der/die andere nur Sex mit mir? Oder war der/die andere heute nur so nett, weil es auf Sex herauslaufen sollte? Auch das kommt in einer Ehe nicht so leicht vor, als außerhalb der Ehe, wo man viel unverbindlicher sich wieder einmal nicht mehr trifft. Sexuelles Erleben in der Verbindung in der man also umfassend und auf Dauer JA zueinander gesagt hat (also die Ehe) ist also befreit von allem, was sonst niederdrücken oder gar verletzen kann. Nun gut, jetzt können wir auch einwenden, dass das (also dass Sexualität in der Ehe besser und ehrlicher ist als außerhalb der Ehe) ja noch kein Grund sei, vor der Ehe überhaupt gar keinen Sex zu haben. Nun, auch hier -und da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen*- ist es lohnenswert, sich mit der Dimension von Sexualität auseinanderzusetzen. Sexualität kann etwas sehr Verbindendes haben; kommen wir doch in einer Art und Weise zusammen, wie wir es nicht mit jedem praktizieren… Das ist schon etwas sehr sehr Vertrautes und Persönliches; man kann auch sagen, etwas Heiliges. Wenn wir nun so etwas miteinander teilen, zu was führt das? Was macht es mit einem, wenn man miteinander so innig wird? Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das ein unheimliches Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen kann. Aber hier liegt schon die Crux: Eben „nur“ ein Gefühl. Ob die Zusammengehörigkeit aber wirklich gegeben ist, ist damit aber nicht beantwortet. Es kann also tatsächlich passieren, dass zwei Menschen dann einen Weg miteinander gehen, die gar nicht miteinander gehen sollten – sich aber aufgrund der gemeinsam erfahrenen Sexualität so verbunden und vertraut fühlen, dass sie sich eben doch auf den weiteren Weg wagen. Doch früher oder später platzt dann die Blase des guten Gefühls und man merkt immer mehr, dass man gar nicht so gut zusammen passt. Doch dann kann es sein, dass aber bereits schon geheiratet wurde und/oder sogar Kinder da sind. Und eine Trennung mit Kindern ist immer etwas Leidvolles – für alle Beteiligten. Wenn wir also das eben gesagte nun einfach mal so stehen lassen und zumindest für den Augenblick akzeptieren, so ergibt die Empfehlung, Sex erst einmal nicht zu machen, bevor man nicht zueinander JA gesagt hat, durchaus Sinn. Solche Lehren also, wie die, dass Sexualität eine Sache für die Ehe ist, zielen also eigentlich in liebevoller Weise darauf ab, den Menschen würdevoll wahrzunehmen. Als Mensch, der es verdient, nicht ausgenutzt zu werden, der es verdient, nicht unter Druck zu stehen, der es verdient, frei zu sein, der es verdient, geliebt zu sein, der es verdient, diese Liebe auch mit den Sinnen erfahren zu dürfen. (Nachtrag: Natürlich ist es auch eine ganz wichtige Dimension, dass Kinder aus der Geschlechtlichkeit hervorgehen können. Auch da bietet die Ehe den Raum, davor keine Angst zu haben sondern ganz im Gegenteil: Wenn man bedenkt, dass da ein neuer Mensch entsteht, der sozusagen von beiden Partnern kommt, dann ist das doch das Wunderbarste! Und dann werden die Kinder auch hineingeboren in ein Elternhaus, in dem beide Eltern da sind – und zwar Eltern, die füreinander da sind, weil sie JA zu sich gesagt haben; ungetrübt von vielleicht falsch verstandenen Zusammengehörigkeitsgefühlen. Also auch das ist eine ganz besondere Dimension dieses Themas.) * Der Autor ist männlich und glücklich verheiratet. Vor der jetzigen Ehe war er schon einmal verheiratet – diese Ehe ging aber nach kurzer Zeit auseinander und wurde auch kirchenrechtlich annulliert.

Politik aus dem Glauben heraus gestalten

Politik aus dem Glauben heraus gestalten

©Sabine Müller-Hartmann Sabine Müller-Hartmann, MdL, gab mir dieses Glaubenszeugnis, für das ich mich sehr bedanke. - Und falls jemand meint, dies sei nur so gesagt: Sie ist Mitglied unserer Seelsorgeinheit, ist immer in der Heiligen Messe zu sehen. Jeden Monat sehe ich Ihren Mann bei der Anbetung.
Hier nun das Zeugnis: Seit Oktober 2017 bin ich Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg für die CDU und vertrete die Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger der Region am Hochrhein und vom Südlichen Schwarzwald in Stuttgart. Ich verstehe es als meine Aufgabe, für unsere Mitmenschen da zu sein. Wir alle sind Geschöpfe Gottes, wir alle sollen und wollen wertgeschätzt werden. Teile unserer Gesellschaft tun sich manchmal schwer damit, sie grenzen Menschen aus und sehen nur ihren eigenen Vorteil im persönlichen Machtstreben. Meine Basis in der politischen Arbeit ist der Glaube. Der Glaube an Gottvater, Sohn und Heiligen Geist. Die Trinität begleitet mich, öffnet mir den Geist, sendet mich aus und gibt mir Rückhalt. Gott liebt und erbarmt sich seiner Menschenkinder, Gott ist barmherzig, sagt uns Jesus. Jesus ist unterwegs mit uns. Wir alle sind unterwegs. Ich bin ständig unterwegs. Jesus wendet sich den Menschen zu, Gott wendet sich in dem Kind Jesus den Menschen zu. Er gibt uns Kraft. Er beschenkt uns mit seiner Gnade, mit seiner Barmherzigkeit. So wie er uns beschenkt, kann ich mein Geschenk weitergeben. In den täglichen Entscheidungen der Politik bin ich gefragt, wo und wie ich „Nächste“ sein kann. Dies möchte ich immer neu erkennen. Denn es treibt mich die Frage um, wie ich als Politikerin meinen Glauben auch in der Politik umsetzen kann. Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist, LK 6,36 Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte, reiste ich 2016 mit einer Pilgergruppe aus Rheinfelden-Herten nach Rom. Wir durchschritten die Heilige Pforte und Jesu Barmherzigkeit hat sich auf mich gesenkt. Damals wurde mir klar: ich darf barmherzig sein mir selbst gegenüber und barmherzig den anderen gegenüber. Diese Erkenntnis ist auch heute noch ein Leitmotiv für mich. Manchmal ist es gar nicht so einfach, versöhnlich und barmherzig zu sein, wenn Mitmenschen bösen Spott und Hohn über mich und meiner Politik in den Sozialen Medien, wie Facebook, ausgießen. Dann denke ich an Jesus. Wie er, gesandt vom Vater, nicht wertet und verurteilt, sondern darauf vertraut, dass die Kraft des Heiligen Geistes auch dort wirkt, wo es beinahe unmöglich zu sein scheint. In meiner Partei, der CDU, haben wir das C für den Christlichen Glauben verankert. In den aktuellen Herausforderungen zum Klimaschutz stelle ich dies ganz besonders heraus. Die Bewahrung der Schöpfung ist der Grund, auf dem wir stehen. Als Politikerin ergreife ich Partei, ich will ordnen und die Zukunft gestalten. Dazu gehört auch die Bereitschaft, miteinander neue Wege zu gehen und mit Kolleginnen und Kollegen im Landtag gegenseitiges Vertrauen zu entwickeln, ein Miteinander. Die offenen Glaubensangebote während der Plenumswochen im Landtag fördern nicht nur das gemeinsame Gebet, sondern auch, dass Abgeordnete unterschiedlicher politischer Couleur aufeinander zugehen. Es gibt mir Frieden und Kraft an der monatlichen ökumenischen Morgenandacht teilzunehmen. Die beiden Beauftragten der christlichen Kirchen bei Landtag und Landesregierung teilen mit uns Glaubensimpulse, Gesang und Gebet für eine halbe Stunde. Ein weiteres Zusammenkommen im Glauben ist der Christliche Frühstückskreis des Landtags, bei dem sich die Abgeordneten eine Stunde vor Sitzungsbeginn einmal im Monat zum Gebetsfrühstück treffen. Eine Person gibt einen Impuls und führt diesen aus, und reihum meldet sich jede und jeder zu Wort, was ihr oder ihm dieser Impuls gibt. Ein Wachsen im Glauben! Nach langer Zeit wird unser Frühstückskreis nach der Coronaschließung kommende Woche zum ersten Mal wieder zusammenkommen. Darauf freue ich mich sehr! Wer dieses Zeugnis liest, bete für all unsere Politiker

Berühmte Schauspielerin oder berühmte Ordensschwester?

Berühmte Schauspielerin oder berühmte Ordensschwester?

Quelle: Fotolia Im Fernsehen läuft immer wieder das Experiment „Ab ins Kloster – Rosenkranz statt Randale“. Auf YouTubes sind Teile davon so nach und nach hochgeladen worden, zu sehen hier Immerhin: Es gibt einige der jungen Menschen, die nicht gleich sagen, sie wollen mit den Ordensleuten nichts mehr zu tun haben wollen. Aber für mich gibt es die Frage: Könnte davon auch jemand eine Berufung erleben und in ein Kloster eintreten? – Wohl kaum werden die meisten sagen. Nun ja, die Heilige Elisabeth von der Dreifaltigkeit war vorher Pianistin und Tänzerin – und sie ging in einen Karmel. Ebenso ist von einer Schauspielerin, die zusammen mit Elvis Presley Filme drehte bekannt, dass sie in einen sehr kontemplativen Orden eingetreten ist. Wenn man sich Heiligenbiographien ansieht, scheint es gar nicht so selten zu sein, dass jemand sein Leben total umkrempelt um denn einen geistlichen Weg zu gehen. So zum Beispiel Franz von Assisi, der aus reichem Hause stammte, Ignatius von Loyola, der nichts mit Kirche und Glauben zu tun haben wollte oder Charles de Foucauld, der wegen seine Wandels nur "Schweinchen" genannt wurde und unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde. Sie alle haben sich geändert. In der Zeit, in der ich in der Nähe von Kapuzinerklarissen wohnte, erzählten mir einige Leute, dass in den 1970iger Jahren eine junge Frau dort eingetreten ist, die wohl zu Beginn Kettenraucherin war, auch auf die Bäume gestiegen ist, um zu rauchen. Sie ist geblieben. Inzwischen habe ich von mehreren Leuten gehört, die ein ähnlich ausgelassenes Leben führten, bevor sie in ein Kloster eingetreten sind Während diese Serie „Ab ins Kloster“ das erste Mal lief, hatte ich auch ein Heft der Familie Mariens in den Händen. Hier ist das Lebenszeugnis von Sr. Clare Maria Crockett zu lesen. Sie ist nur 34 Jahre alt geworden. In den Tageszeitungen stand von ihrem Tod 2016. Es hieß da ungefähr, dass bei dem Erdbeben in Ecuador auch eine Ordensschwester ums Leben gekommen ist. – Das war alles, was zu lesen war. Zwei Links waren in der Zeitschrift als Quelle angegeben. Zum Teil kommt dort Sr. Clare selbst zu Wort. Ein Film hier, den ich mir auch angesehen habe. Sr. Clare spricht davon, dass ihr Leben aus „Party, Party, Party“ bestand. (Ich habe es nur nebenbei angehört, ich glaube, es war vor allem am Wochenende). Und der Gründer, der Gemeinschaft erklärt, dass sie geraucht hat. – Den Zeichen nach wohl Kettenraucherin. Wie kommt so jemand dazu, ins Kloster einzutreten? Noch dazu, wo ihr Ziel darin bestand, eine berühmte Schauspielerin zu werden? Und bereit war, alles zu tun, um berühmte Schauspielerin zu werden? Wo eigentlich kein Platz für Gott war? Dieser (englisch) gibt ein wenig Einblick in den Weg, den sie gegangen ist. - Genauso, wie sie alles tun wollte, um eine berühmte Schauspielerin zu werden, wollte sie nun alles tun, um eine berühmte Ordensschwester zu werden. Und das nicht nur äußerlich. Ihr wurde der Rückzug im Gebet immer wichtiger. Über ihre Berufung kann man auch hier lesen. Wer dies Zeugnis liest, möge für alle jungen Leute beten, die orientierungslos wirken, auf der Suche nach den wahren Werten sind, dass Gott sie mit SEINER Liebe berühren möge und eine Berufung schenken möge.

Heilige Ehepaare

Heilige Ehepaare

© Gabriele Rasenberger Wenn man in den Heiligenkalender sieht, sind es oft zölibatär lebende Menschen, die man als Heilige kennt. - Doch es gibt auch heilige Ehepaare.
Prälat Prof. Dr. Helmut Moll berichtet im folgenden Text darüber: Bis zum Jahre 1920 wurde Korea von den Priestern der Gesellschaft der Auswärtigen Missionen in Paris missioniert. Während der Kihae Verfolgung in den Jahren 1839 und 1840 wurden in der Zeit des Missionspapstes Gregors XVI. (1765-1846) mindestens 254 Christen aus Hass auf den christlichen Glauben verhaftet, während 121 Christen entweder exekutiert wurden oder an den Folgen der erlittenen Torturen gestorben sind. Die Eheleute Barbara Kwon-hui und ihr Gatte, Augustinus Yi Kwang-hon, sowie das Ehepaar Maria Yi Yon-hui, Ehefrau von Damian Myong-hyog, die angesichts der buddhistischen Übermacht am 20. Juli 1839 für Christus in den Tod gingen, sind Ausdruck der unumkehrbaren Liebe Gottes zu den Menschen. Die Kirche gedenkt ihrer am 20. September. Die koreanischen Blutzeugen aus den Verfolgungsjahren 1839 bis 1840, 1846 und 1866 wurden durch Papst Pius XI. am 5. Juli 1925 seliggesprochen. Weitere 24 Blutzeugen wurden am 6. Oktober 1968 durch Papst Paul VI. (1897-1978) als Selige zur Ehre der Altäre erhoben. Alle diese Gruppen mit insgesamt 103 Personen hat Papst Johannes Paul II. am 6. Mai 1984 in Seoul heiliggesprochen. Unter ihnen befinden sich sechs Ehepaare: Es handelt sich um Augustinus Yi und seine Ehefrau Barbara Kwon, die ihre sechs Kinder im Gefängnis schmachten sah und im Alter von 46 Jahren starb. Der aus einer adligen Familie stammende Katechist Damian Nam, der sein Martyrium als ein zur Schlachtbank geführtes Lamm interpretierte, hatte die charakterstarke und intelligente Maria Yi zu seiner Gattin; darüber hinaus Sebastian Nam (* 1780), der mit 40 Jahren den katholischen Glauben annahm und im Alter von 60 Jahren am 26. September 1839 getötet wurde, und seine Gattin Barbara Cho; sodann der Katechist Augustinus Pak und Barbara Ko (1798-1839), die drei Kinder hatten; ferner Petrus Choe und Magdalena Son‘ (1802-1840), die Eltern von elf Kindern, von denen bereits neun im Kindesalter starben; schließlich Karl Cho und Barbara Choe (* 1819), Eltern eines Sohnes, die beide am 1. Februar 1840 enthauptet wurden. Die zwischen den Jahren 1791 und 1888 umgebrachten 124 Blutzeugen/innen Koreas hat Papst Franziskus (* 1936) am 16. August 2014 in der Nähe von Seoul seliggesprochen. Es handelt sich um den konvertierten Adligen Paul Yun Ji-Chung (1758-1791) und seine Gefährten, unter denen sich mehrere Ehepaare befinden: Es sind zum einen Augustinus Jeon Yakjong (1760-1801) und seine Gattin Cäcilia Yu Sosa. Darüber hinaus sind es Augustinus Yu Hanggeon (1756-1801) und Lutgarda Yi Suni (1782-1802), die im Jahre 1797 von einem chinesischen Priester getraut wurden, ein enthaltsames Leben führen wollten, was ihnen aber die konfuzianische Gesellschaft unmöglich machte. Ferner ist es das Ehepaar Franziskus Choe Kwonghwan (ϯ 1846) und Maria Yi Seongrye (1801-1840). Schließlich sind es Peter Jo Sak und seine Frau Teresa Kwon, die im Jahre 1819 enthauptet wurden. Die im Jahre 2015 erschienene Monographie „A History of Korean Christianity“ enthält ein eigenes Kapitel über die „Church oft he Martyrs“ unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts. Während der Bischofssynode über die Sendung von Ehe und Familie 1980 sprach sich der damalige Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, Pietro Kardinal Palazzini (1912-2000), für die Eröffnung von Verfahren für Eheleute in der Ortskirche aus. Hierzu braucht es aber mehr denn je der Unterstützung durch Freunde und geeignete Familienkreise. Es bedarf zumal einer viel größeren Hilfe durch die vielfältigen Laienbewegungen. Die Römische Kurie fördert demnach ausdrücklich Verfahren für Eheleute. Papst Johannes Paul II. setzte im Jahre 1984 ein klares Signal, als er vor Vertretern der römischen Diözesansynode den Wunsch zum Ausdruck brachte, er möchte in seinem Pontifikat ein Ehepaar zur Ehre der Altäre erheben. Eine erste Frucht diesbezüglicher Bemühungen stellt die Seligsprechung des italienischen Ehepaares Luigi (1880-1951) und Maria (1884-1965) Beltrame Quattrocchi dar, das am 21. Oktober 2001 in Rom zur Ehre der Altäre erhoben wurde; bei der Feier waren drei ihrer Kinder anwesend. Der in der sizilianischen Großstadt Catania zur Welt gekommene Ehemann war Generalstaatsanwalt in der italienischen Hauptstadt, bekleidete diverse Ämter mit großer Verantwortung auf nationaler Ebene und wirkte unter Ministerpräsident Alcide De Gasperi (ϯ 1954). In den freien Stunden besuchte er theologische Abendkurse an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Seine Gattin Maria Corsini entstammte der Großstadt Florenz in der Toskana, siedelte aber bereits im jungen Alter nach Rom über. Im Jahre 1905 heirateten sie. Als Mitglied der Katholischen Aktion Italiens engagierte sie sich als Lehrerin, die pädagogische Schriften veröffentlichte, in der Katechese für Frauen in den römischen Pfarrgemeinden und in der Hilfe für Bedürftige. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1951 widmete sie sich verstärkt der Erneuerung des christlichen Glaubens sowie der Sorge um die Familien nach den Weisungen Papst Pius’ XII. (1876-1958). Darüber hinaus wurde sie Mitglied der Bewegung „Rinascita Cristiana“ und „Fronte della Famiglia“. Nach einem erfüllten Leben starb sie am 26. August 1965 in Rom. Der Diözesanprozess des Bistums Rom begann am 18. Oktober 1994. Die römische Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren erließ am 20. Juni 1997 das Dekret über die Gültigkeit der vorgenommenen Untersuchung und approbierte am 18. Juni 1999 die Positio super virtutibus. Eine wichtige Monographie schrieben Attilio Danese und Giulia Paola Di Nicola, die unter dem Titel „Ein Heiligenschein für zwei“ erschien. Der Präfekt der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, José Kardinal Saraiva Martins (* 1932), würdigte das seliggesprochene Ehepaar als Prophezeiung ehelicher Heiligkeit. Papst Franziskus öffnete am 18. März 2015 zum ersten Mal in seinem Pontifikat einem Ehepaar den Weg zur Heiligsprechung. Im Verlauf der dem Präfekten der Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren, Angelo Kardinal Amato (* 1938), gewährten Audienz bevollmächtige der Oberhirte der katholischen Kirche das genannte Dikasterium, ein Dekret über das Wunder zu veröffentlichen, das der Fürsprache des seligen französischen Ehepaars Louis (1823-1894) und Marie Zélie Martin (1831-1877) zugeschrieben worden ist. Während der Bischofssynode über „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ am 18. Oktober 2015 vollzog Franziskus die Heiligsprechung in Rom. In seiner Enzyklika Lumen fidei über den Glauben vom 29. Juni 2013 hatte der argentinische Pontifex deutlich gemacht: „Der erste Bereich, in dem der Glaube die Stadt der Menschen erleuchtet, findet sich in der Familie. Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe. Sie entsteht aus ihrer Liebe, die Zeichen und Gegenwart der Liebe Gottes ist, und aus der Anerkennung und Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit, durch welche die Ehegatten ein Fleisch werden können (vgl. Gen 2,24) und fähig sind, neues Leben zu zeugen, das Ausdruck der Güte des Schöpfers, seiner Weisheit und seines Plans der Liebe ist. Auf diese Weise gegründet, können sich Mann und Frau mit einer Geste, die ihr ganzes Leben mit einbezieht und in vielen Zügen an den Glauben erinnert, die gegenseitige Liebe versprechen. Eine Liebe zu versprechen, die für immer gilt, ist möglich, wenn man einen Plan entdeckt, der größer ist als die eigenen Pläne, der uns trägt und uns erlaubt, der geliebten Person die ganze Zukunft zu schenken.“ Noch deutlicher wurde Papst Franziskus in seiner Homilie bei der Eucharistiefeier zur Eröffnung der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode am 4. Oktober 2015: „‘Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen‘ (Mk 10,9). Das ist eine Aufforderung an die Gläubigen, jede Form von Individualismus und Legalismus zu überwinden; diese verbergen nämlich einen kleinlichen Egoismus und eine Angst davor, die authentische Bedeutung des Paares und der menschlichen Sexualität im Plan Gottes anzunehmen. In der Tat wird nur im Licht der Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit der österlichen Liebe Jesu die Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit einer ehelichen Liebe verständlich, die einzig ist und usque ad mortem fortdauert“ Zuvor hatte Papst Benedikt XVI. (* 1927) am 3. Juli 2008 die Seligsprechung des französischen Ehepaares Martin vorgenommen. Italienischen Medien zufolge handelte es sich um eine Heilung des neugeborenen Pietro Schiliró, der trotz Todesgefahr überlebte. Der in Bordeaux zur Welt gekommene Uhrmacher und Goldschmied Louis Martin hatte im Alter von 35 Jahren die 26-Jährige in Saint-Denis-sur-Sarthon geborene Marie Zélie Guérin in Alençon (Nordfrankreich) geheiratet, die ihm neun Kinder schenkte. „Eintracht und Harmonie in dieser Ehe und Familie waren bemerkenswert, sei es zwischen den Ehegatten, sei es zwischen den Eltern und Kindern“. Die tägliche Teilnahme an der Eucharistie war den Eltern ein Herzensbedürfnis. Louis Martin hegte beim Schließen der Ehe die Hoffnung, mit seiner Gattin eine rein geschwisterliche Bindung einzugehen und wie Bruder und Schwester zusammenzuleben. In Marie Zélie aber, die den Lebensunterhalt durch die Verfertigung der berühmten Alençon-Spitzen aufbesserte, lebte ein starker mütterlicher Drang, zahlreichen Kindern das Leben zu schenken und diese nach christlichem Vorbild zu erziehen. Überdies wurde sie Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Vor einer Marienstatue in ihrem Heim, welche im Marienmonat Mai besonders liebevoll geschmückt wurde, verrichtete die Familie ihre täglichen Gebete. Franziskanerpater Stéphane-Joseph Piat setzte der Familie in seiner Monographie „Histoire d’une famille. Une école de sainteté“ (Paris, 4. Auflage 1946) ein bleibendes Denkmal. Eine deutsche Übersetzung des Werkes erschien im Jahre 1983. Vater Martin war vom Geist des Glaubens und der Liebe geprägt, ein Mann der hilfsbereiten Nächstenliebe. Gelegentlich unternahm er Wallfahrten mit seinen Töchtern, so nach Notre-Dame des Victoires in Paris, sodann nach Chartres oder nach Lourdes. Im Jahre 1985 erschien eine umfangreiche Biographie über ihn, in der er als „unvergleichlicher Vater“ bezeichnet wurde. Mutter Martin suchte in ihrer Hilfsbereitschaft die Hütten der Armen und Notleidenden auf, um dort zu helfen und zu trösten. Der gleiche französische Autor widmete auch ihr eine ausführliche Lebensgeschichte. Vier ihrer Kinder starben bereits im zarten Alter, darunter zwei Knaben. Fünf weihten sich Gott im Ordensstand, vier davon im Karmel von Lisieux, nämlich Marie-Louise (1860-1940) als Sr. Marie vom Heiligen Herzen, Marie-Pauline (1861-1951) als Sr. Agnes von Jesus, Marie-Céline (1869-1959) als Sr. Geneviève vom Heiligen Antlitz, und Marie-Françoise-Thérèse (1873-1897), die heilige Thérèse vom Kinde Jesus und vom Heiligen Antlitz, die im Jahre 1925 heilig gesprochen, 1927 zur Patronin der Weltmission und 1997 zur Kirchenlehrerin erhoben wurde. Tochter Marie-Léonie (1863-1941) wurde als Sr. Françoise-Thérèse Ordensfrau bei den Heimsuchungsschwestern im französischen Caen. Während Marie Azélie Martin bereits im Jahre 1877 starb, war ihrem Ehemann ein langes Leben von 88 Jahren beschieden. Auf ihrem Landsitz in La Musse starb er am 29. Juli 1894 an den Folgen eines Schlaganfalls. Die zuständige Diözese Bayeux und Lisieux, Suffraganbistum der Erzdiözese Rouen, eröffnete das Seligsprechungsverfahren. Zum Postulator wurde der Karmelitenpater Simeon von der Heiligen Familie ernannt. Das Dekret über die Schriften erließ die römische Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren am 1. Juli 1964, das Dekret über die zustimmende Beurteilung der übersandten Dokumente am 13. Februar 1987 sowie das Dekret über die heroischen Tugenden am 26. März 1994. Die Feier der Seligsprechung fand am 19. Oktober 2008 in der Basilika Saint-Thérèse statt Im Zusammenhang mit der Selig- bzw. Heiligsprechung des französischen Ehepaars Louis und Marie Zélie Martin erhob sich zum wiederholten Male die Frage, warum es so wenige Ehepaare gibt, die kanonisiert wurden. Als ob es keine Eheleute gäbe, die ein Vorbild waren und sogar zur Ehre der Altäre erhoben werden könnten! Zwei Menschen also, deren Liebe niemals erloschen ist (vgl. Hld 8,7) und deren Versprechen zur gegenseitigen Treue niemals gebrochen wurde; die Scheinlösungen wie "Ehe auf Probe" oder "Ehe auf Zeit" entlarvt haben, gemäß der Mahnung von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) in seiner Predigt zum Thema Ehe und Familie in Köln am 15. November 1980: „Die Endgültigkeit der ehelichen Treue, die vielen heute nicht mehr verständlich erscheinen will, ist ebenfalls ein Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen. Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen“. Solche Ehepaare haben die soziale und sexuelle Treue nicht auseinanderrissen, da ihre eheliche Liebe unter dem Schwur stand: Nur Du und Du für immer. Ja, es gibt solche Ehepaare! Die meisten von ihnen leben jedoch mit ihren Kindern im Verborgenen. Viele wehren sich, in das Rampenlicht der öffentlichen Meinung gestellt zu werden. Wer sich bemüht, die bedingungslose Liebe, die reich und stark macht, zu leben, wird nicht enttäuscht. Selbst heute nicht. "Diese konnten es und jene, warum nicht auch ich?" (Bischof Augustinus von Hippo), auch mitten in einer sich verändernden Welt. Der Schweizer reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hatte im Jahre 1976 der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass „inskünftig auch Frauen und Männer in das Verzeichnis der Heiligen eingetragen werden, die sich im Alltag der Ehe auf eine außerordentliche Weise bewährt haben“. Papst Johannes Paul II. hatte in seinem Apostolischen Schreiben Familiaris consortio festgestellt: „Die Familie wurde in unseren Tagen – wie andere Institutionen und vielleicht noch mehr als diese – in die umfassenden, tiefgreifenden und raschen Wandlungen von Gesellschaft und Kultur hineingezogen. Viele Familien leben in dieser Situation in Treue zu den Werten, welche die Grundlage der Familie als Institution ausmachen. Andere sind ihren Aufgaben gegenüber unsicher und verwirrt oder sogar in Zweifel und fast in Unwissenheit über die letzte Bedeutung und die Wahrheit des ehelichen und familiären Lebens.“ Die Ganzheit des Menschen schließt die Dimension der Zeit mit ein. Das ganze Ja bedeutet die Freiheit zum Endgültigen. Die Möglichkeit der Freiheit ist alles andere als die fortwährende Beliebigkeit, die sich als Entscheidungslosigkeit herausstellt. Freiheit zeigt sich in diesem Sinne als Fähigkeit zur Wahrheit. Als solche ist sie zugleich Fähigkeit zum Endgültigen, Fähigkeit, sich endgültig für eine andere Person zu entscheiden. Wenige Jahre nach der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Familiaris consortio betonte Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vom 10. November 1994, die Aufmerksamkeit der Kirche sei „auf die Heiligkeit derer zu richten, die auch in unserer Zeit die volle Wahrheit Christi gelebt haben. In besonderer Weise wird man sich hier um die Anerkennung der heroischen Tugenden von Männern und Frauen bemühen, die ihre Berufung in der Ehe verwirklicht haben: Da wir überzeugt sind, daß es in diesem Stand nicht an Früchten der Heiligkeit mangelt, empfinden wir das Bedürfnis, die geeigneten Wege dafür zu finden, daß diese Heiligkeit festgestellt und der Kirche als Vorbild für die anderen christlichen Eheleute vorgestellt werden kann“. Wie der katholische Theologe Anthony Ward im Jahre 2009 herausstellte, enthält das im Jahre 2001 veröffentlichte und drei Jahre später in zweiter veränderter Auflage erschienene Martyrologium Romanum eine große Anzahl von heiligen Eheleuten und sogar von heiligen Familien. Papst Benedikt XVI. griff die erwähnte Thematik in seiner Ansprache beim Angelusgebet in Castelgandolfo am 30. August 2009 ausdrücklich auf. Im Blick auf die hl. Monika (331-387), die Mutter des Bischofs Augustinus von Hippo (354-430), unterstrich der Heilige Vater: „Die Geschichte des Christentums ist reich an zahllosen Beispielen heiliger Ehen und wahrer christlicher Familien, die das Leben hochherziger Priester und Hirten der Kirche begleitet haben. Man denke an die hll. Basilius den Großen und Gregor von Nazianz, die beide aus heiligen Familien stammten. Denken wir in unserer unmittelbaren Nähe an die Eheleute Luigi Beltrame Quattrocchi und Maria Corsini, die zwischen dem ausgehenden 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts gelebt haben und von meinem verehrten Vorgänger Johannes Paul II. im Oktober 2001 anlässlich des 20. Jahrestages des Apostolischen Schreibens Familiaris consortio seliggesprochen worden sind“. In der für die Mitglieder des Gerichtshofes der Römischen Rota gewährten Audienz vom 27. Januar 2013 unterstreicht Papst Benedikt XVI.: „Die Heiligen, die den Ehe- und Familienbund in christlicher Perspektive gelebt haben, konnten selbst die schwierigsten Situationen meistern und manchmal die Heiligung des Ehepartners und der Kinder erlangen, durch eine stets vom festen Vertrauen in Gott, von aufrichtiger Frömmigkeit und von einem tiefen sakramentalen Leben gestärkten Liebe. Gerade diese vom Glauben geprägten Erfahrungen vermitteln, wie wertvoll auch heute noch das vom Ehepartner, der verlassen wurde oder die Scheidung über sich ergehen lassen musste, dargebrachte Opfer ist, wenn er die Unauflöslichkeit des gültigen Ehebundes anerkennt“. Zunächst wollen wir einen Blick in die Geschichte des christlichen Lebens werfen, die zu allen Zeiten heilige Ehepaare kannte. Aus der großen "Wolke von Zeugen" (Hebr 12,1) sollen im Folgenden lediglich solche Personen herausgegriffen werden, die stellvertretend für ihre Zeit stehen und auch bis in die Gegenwart noch von Bedeutung sind. Denn nicht die Zahl allein macht ihren Reichtum aus, sondern ihre Tatsächlichkeit, mögen diese Ehepaare auch aus völlig unterschiedlichen Beweggründen zur Ehre der Altäre erhoben worden sein.

Gustav-Siewert-Akademie

Gustav-Siewert-Akademie

Sie liegt schön, mitten in der Landschaft: Die Gustav-Siewert-Akademie Hier kann man auf 800m Höhe studieren. Die Inhalte sind gut römisch-katholisch.
Wer dort ein theologisches Studium machen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Abschluss zur Zeit nicht anerkannt ist. Daher muss diese in einer anderen Uni gemacht werden. Doch rein von den Inhalten lohnt es sich. Zudem: Die Lage ist herrlich. Man kann die Natur dort genießen. Ein Semester kostet zwar einige Euro, zudem muss man sich ein Quartier suchen, doch auch hier kommt die Akademie entgegen: Man kann im Haushalt helfen.
Ein Quartier können Studenten gut im Kloster einige km entfernt, mit dem Auto kann man in einer knappen halben Stunde vor Ort sein.

Zudem gibt es im August immer eine Sommerakademie ein toller theologischer Kurs, zu dem Gäste aus der ganzen Welt kommen. Auch dieses Jahr findet er wieder statt, daher schnell anmelden.

Zu dem Haus gehört auch eine kleine Kapelle, in der gemeinsam gebetet wird.

Beten um Berufungen

Beten um Berufungen

Beten um Berufungen, aber wie? Nicht jeder kann dies ohne Text.
Wenn dann noch Gebetsstunden für geistliche Berufungen gestaltet werden, ist es für manchen noch schwieriger.
Das Zentrum für Berufungspastoral hat dazu ein Buch herausgegeben. Hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Zwar stehen die geistlichen Berufungen, die jeder im engen Sinne kennt, im Vordergrund, doch es wirklich zu erkennen, dass die Texte für jeden Menschen sind, dass jeder Berufung leben kann. In einer Litanei sind hier sehr viele verschiedene Berufungen aufgelistet, egal ob Eltern, Lehrer, Pfarrgemeinde... -es geht jeden etwas an.
Gebete für die eigene Berufungen sind eingebunden. Biblische Perikopen sprechen von Berufungen, Lieder sind eingebunden und, und und....
Es ist nicht nur etwas für eine gestaltete Anbetungsstunde in Gemeinschaft, auch persönlich kann man davon profitieren. Es sind Texte, die zum Meditieren einladen. Eine Anbetungsstunde wird vorgeschlagen, doch gleichzeitig auf die Texte weiter hinten im Buch verwiesen, die als Baukasten gelten können Tolle Unterteilung des Buches. Nicht nur Pfarrgemeinden sollten es haben, denn wie oben geschrieben: Es kann für jeden persönlich auch ein Impuls sein Zum Schluss des Buches gibt es noch zwei Hinweise: Da wird auf die Berufungsmonstanz hingewiesen und mehr noch eine Initiative, die aus den USA kommt und meines Erachtens auch in Deutschland Fuß fassen sollte: "Adoration for vocation" (Dazu wird es einen extra Blogbeitrag geben)

Beten wir für Berufungen - nicht nur am ersten Donnerstag im Monat, sondern immer wieder. Das Buch gibt Anregungen.
Erhalten kann man es beim Zentrum für Berufungspastoral. Hier steht noch mehr, wie dieses Buch helfen kann (Die Seite etwas nach unten rollen)
Auch über die Diözesanstellen für Berufungspastoral ist dieses Buch zu erhalten.

Lebendige Gemeinde sein/werden

Lebendige Gemeinde sein/werden

Pater Sepp Wasensteiner SAC, ist seit 1991 in Brasilen als Missionar, als Priester tätig. Dort wird er Pater José genannt. Seine eigene Berufung hatte er schon hier vorgestellt.
Da hier in Deutschland viele über den Priestermangel klagen, bat ich ihn einen Bericht für meinen Blog über seine Erfahrungen dort zu verfassen - auch in Hinblick, wie es in Deutschland aussieht und gelingen könnte. Hier sein Bericht. unterbrochen von Fotos, die er mir auch gesendet hat: Die Pfarrei São Raimundo ist etwa 1300 km² groß, hat einen Bereich “Stadt” mit fünf Stadtteilen, in dem etwa die Hälfte der Pfarreimitglieder leben, ca. 15.000. Die andere Hälfte der Bevölkerung wohnt auf dem Land, in vielen verschiedenen Dörfern und kleinen Ansiedelungen, 78 davon sind in kirchlichen Basisgemeinden organisiert, das heißt, mit der Pfarrei verbunden, Dort feiern sie sonntägliche Wortgottesdienste, findet Kinderkatechese für Erstkommunion statt, existieren Gruppen, die die Tauf- und Ehevorbereitung machen, Familienpastoral, Rosenkranzgebet, auch der sogenannte “Männerrosenkranz”, Liturgiegruppen und Gemeindeversammlungen. Elf Kapellen haben bereits einen Tabernakel (aus Holz!) mit Christus in der Eucharistie gegenwärtig, und ausgebildete Kommunionhelfer, die in den Wortgottesdiensten die Kommunion austeilen und die Krankenbesuche machen. Es sind Gemeinden im Landesinneren, in denen reges kirchliches Leben geschieht, auch wenn nur einmal im Jahr eine Messfeier stattfindet. Bei so vielen Kapellen und Kirchen wäre ein Priester total überfordert, wenn er öfters die Eucharistie feiern wollte. Auch die katastrophalen Straßenverhältnisse tragen ihr Übriges dazu bei… Meine Hauptaufgabe als Gemeindepriester, außer der Sorge für die Einheit in der Gemeinde zu sorgen, sehe ich in der Aus- und Weiterbildung unserer Laien, sie für den Dienst an Gott in der Gemeinde zu begeistern und sie für ihre Aufgabe zu schulen. Wir haben regelmäßige Fortbildungstreffen in den Sektoren im Landesinneren und in der Stadt. Ganzheitliche Ausbildung, im Sinn von biblisch liturgisch, menschlich human, politisch wirtschaftlich sozial. Neben oben genannten Gruppen und pastoralen Tätigkeiten funktionieren auch die Dizimopastoral, die Kinderpastoral, die Jugend ist sehr lebendig, über 80 Straßengruppen, die wöchentlich in ihren Gruppen das Evangelium reflektieren und Fürbitten machen, Frauenbund, Stadtteilgruppen, über zehn begeisterte Musikgruppen, Ministranten ohne Ende…….und und und….. Wir haben eine große Vielfalt von Gruppen, Pastorais und Bewegungen, die im Sonntagsgottesdienst zur Einheit zusammenfinden. Ich habe Sepp gefragt, was unter Dizimopastoral zu verstehen ist. Seine Antwort: "Dizimopastoral: Wir haben ja keine Pflichtkirchensteuer, und die Pfarrei braucht ja Einnahmen. Dizimo heißt Zehntabgabe und ist biblisch. Du wirst viele Bibelstellen dazu finden. Es ist die Pastoralarbeit, die Aufklärungsarbeit betreibt, damit die Leute verantwortungsbewusst freiwillig regelmässig eine Abgabe, ob in Form von Geld oder Naturalien an die Pfarrei geben.
Pfarrei ist ja kein Supermarkt, wo man nur "nimmt", sondern sich wie in einer Familie sorgt, damit es allen gut geht.
Drei Hauptdimensionen hat dann der Dizimo: Investionen in Kirche und Liturgie (Reformen, Strom und Lichtrechnungen etc.),
Caritas (Hilfe für Arme), und missionarische Tätigkeiten der Pfarrei (Fortbildungstreffen, Schulungen etc)." Man muss an die Laien glauben, sie befähigen, ihnen Verantwortung übertragen, sie “unabhängig” machen. Nicht der Priester ist Herr der Pfarrei und die Laien sind nicht seine Handlanger. Der Herr der Pfarrei ist Jesus Christus, und wir alle sind seine Mitarbeiter in den verschiedensten Ministerien und Aufgaben, um gemeinsam das Reich Gottes aufzubauen. Wir stehen alle sozusagen “auf der gleichen Seite”. Anstatt zu herrschen, sind wir demütige Diener der Wahrheit! Bei den großen Herausforderungen von Armut, Gewalt, Ungleichheit, Hunger, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, ist die Kirche hier der einzige Hoffnungsträger in dieser trostlosen Situation. Gegen Angst, Individualismus, Gewalt, Drogen und die Scheinwelt von Macht- und Besitzgier setzen wir die Werte von Vertrauen, Gemeinschaft und friedvollem Miteinander, wo keiner mehr und keiner weniger ist, sondern alle in ihrer Würde respektiert und geachtet werden. Und die Menschen kommen gerne, erleben die Kirche als ihren Lebensraum, nicht das Gebäude, sondern die Kirche, die aus lebendigen Steinen erbaut ist. Wir sind eine lebendige Kirche, vor allem die Jugend und junge Leute sind die breite Base unseres Kirchenvolkes. Nachdem Sepp in einem sehr armen Teil von Brasilen ist, im Nord-Osten im Gegensatz zu dieser großen Kirche jetzt eine andere: