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Politik aus dem Glauben heraus gestalten

Politik aus dem Glauben heraus gestalten

©Sabine Müller-Hartmann Sabine Müller-Hartmann, MdL, gab mir dieses Glaubenszeugnis, für das ich mich sehr bedanke. - Und falls jemand meint, dies sei nur so gesagt: Sie ist Mitglied unserer Seelsorgeinheit, ist immer in der Heiligen Messe zu sehen. Jeden Monat sehe ich Ihren Mann bei der Anbetung.
Hier nun das Zeugnis: Seit Oktober 2017 bin ich Landtagsabgeordnete in Baden-Württemberg für die CDU und vertrete die Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger der Region am Hochrhein und vom Südlichen Schwarzwald in Stuttgart. Ich verstehe es als meine Aufgabe, für unsere Mitmenschen da zu sein. Wir alle sind Geschöpfe Gottes, wir alle sollen und wollen wertgeschätzt werden. Teile unserer Gesellschaft tun sich manchmal schwer damit, sie grenzen Menschen aus und sehen nur ihren eigenen Vorteil im persönlichen Machtstreben. Meine Basis in der politischen Arbeit ist der Glaube. Der Glaube an Gottvater, Sohn und Heiligen Geist. Die Trinität begleitet mich, öffnet mir den Geist, sendet mich aus und gibt mir Rückhalt. Gott liebt und erbarmt sich seiner Menschenkinder, Gott ist barmherzig, sagt uns Jesus. Jesus ist unterwegs mit uns. Wir alle sind unterwegs. Ich bin ständig unterwegs. Jesus wendet sich den Menschen zu, Gott wendet sich in dem Kind Jesus den Menschen zu. Er gibt uns Kraft. Er beschenkt uns mit seiner Gnade, mit seiner Barmherzigkeit. So wie er uns beschenkt, kann ich mein Geschenk weitergeben. In den täglichen Entscheidungen der Politik bin ich gefragt, wo und wie ich „Nächste“ sein kann. Dies möchte ich immer neu erkennen. Denn es treibt mich die Frage um, wie ich als Politikerin meinen Glauben auch in der Politik umsetzen kann. Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist, LK 6,36 Im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, das Papst Franziskus ausgerufen hatte, reiste ich 2016 mit einer Pilgergruppe aus Rheinfelden-Herten nach Rom. Wir durchschritten die Heilige Pforte und Jesu Barmherzigkeit hat sich auf mich gesenkt. Damals wurde mir klar: ich darf barmherzig sein mir selbst gegenüber und barmherzig den anderen gegenüber. Diese Erkenntnis ist auch heute noch ein Leitmotiv für mich. Manchmal ist es gar nicht so einfach, versöhnlich und barmherzig zu sein, wenn Mitmenschen bösen Spott und Hohn über mich und meiner Politik in den Sozialen Medien, wie Facebook, ausgießen. Dann denke ich an Jesus. Wie er, gesandt vom Vater, nicht wertet und verurteilt, sondern darauf vertraut, dass die Kraft des Heiligen Geistes auch dort wirkt, wo es beinahe unmöglich zu sein scheint. In meiner Partei, der CDU, haben wir das C für den Christlichen Glauben verankert. In den aktuellen Herausforderungen zum Klimaschutz stelle ich dies ganz besonders heraus. Die Bewahrung der Schöpfung ist der Grund, auf dem wir stehen. Als Politikerin ergreife ich Partei, ich will ordnen und die Zukunft gestalten. Dazu gehört auch die Bereitschaft, miteinander neue Wege zu gehen und mit Kolleginnen und Kollegen im Landtag gegenseitiges Vertrauen zu entwickeln, ein Miteinander. Die offenen Glaubensangebote während der Plenumswochen im Landtag fördern nicht nur das gemeinsame Gebet, sondern auch, dass Abgeordnete unterschiedlicher politischer Couleur aufeinander zugehen. Es gibt mir Frieden und Kraft an der monatlichen ökumenischen Morgenandacht teilzunehmen. Die beiden Beauftragten der christlichen Kirchen bei Landtag und Landesregierung teilen mit uns Glaubensimpulse, Gesang und Gebet für eine halbe Stunde. Ein weiteres Zusammenkommen im Glauben ist der Christliche Frühstückskreis des Landtags, bei dem sich die Abgeordneten eine Stunde vor Sitzungsbeginn einmal im Monat zum Gebetsfrühstück treffen. Eine Person gibt einen Impuls und führt diesen aus, und reihum meldet sich jede und jeder zu Wort, was ihr oder ihm dieser Impuls gibt. Ein Wachsen im Glauben! Nach langer Zeit wird unser Frühstückskreis nach der Coronaschließung kommende Woche zum ersten Mal wieder zusammenkommen. Darauf freue ich mich sehr! Wer dieses Zeugnis liest, bete für all unsere Politiker

Berühmte Schauspielerin oder berühmte Ordensschwester?

Berühmte Schauspielerin oder berühmte Ordensschwester?

Quelle: Fotolia Im Fernsehen läuft immer wieder das Experiment „Ab ins Kloster – Rosenkranz statt Randale“. Auf YouTubes sind Teile davon so nach und nach hochgeladen worden, zu sehen hier Immerhin: Es gibt einige der jungen Menschen, die nicht gleich sagen, sie wollen mit den Ordensleuten nichts mehr zu tun haben wollen. Aber für mich gibt es die Frage: Könnte davon auch jemand eine Berufung erleben und in ein Kloster eintreten? – Wohl kaum werden die meisten sagen. Nun ja, die Heilige Elisabeth von der Dreifaltigkeit war vorher Pianistin und Tänzerin – und sie ging in einen Karmel. Ebenso ist von einer Schauspielerin, die zusammen mit Elvis Presley Filme drehte bekannt, dass sie in einen sehr kontemplativen Orden eingetreten ist. Wenn man sich Heiligenbiographien ansieht, scheint es gar nicht so selten zu sein, dass jemand sein Leben total umkrempelt um denn einen geistlichen Weg zu gehen. So zum Beispiel Franz von Assisi, der aus reichem Hause stammte, Ignatius von Loyola, der nichts mit Kirche und Glauben zu tun haben wollte oder Charles de Foucauld, der wegen seine Wandels nur "Schweinchen" genannt wurde und unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde. Sie alle haben sich geändert. In der Zeit, in der ich in der Nähe von Kapuzinerklarissen wohnte, erzählten mir einige Leute, dass in den 1970iger Jahren eine junge Frau dort eingetreten ist, die wohl zu Beginn Kettenraucherin war, auch auf die Bäume gestiegen ist, um zu rauchen. Sie ist geblieben. Inzwischen habe ich von mehreren Leuten gehört, die ein ähnlich ausgelassenes Leben führten, bevor sie in ein Kloster eingetreten sind Während diese Serie „Ab ins Kloster“ das erste Mal lief, hatte ich auch ein Heft der Familie Mariens in den Händen. Hier ist das Lebenszeugnis von Sr. Clare Maria Crockett zu lesen. Sie ist nur 34 Jahre alt geworden. In den Tageszeitungen stand von ihrem Tod 2016. Es hieß da ungefähr, dass bei dem Erdbeben in Ecuador auch eine Ordensschwester ums Leben gekommen ist. – Das war alles, was zu lesen war. Zwei Links waren in der Zeitschrift als Quelle angegeben. Zum Teil kommt dort Sr. Clare selbst zu Wort. Ein Film hier, den ich mir auch angesehen habe. Sr. Clare spricht davon, dass ihr Leben aus „Party, Party, Party“ bestand. (Ich habe es nur nebenbei angehört, ich glaube, es war vor allem am Wochenende). Und der Gründer, der Gemeinschaft erklärt, dass sie geraucht hat. – Den Zeichen nach wohl Kettenraucherin. Wie kommt so jemand dazu, ins Kloster einzutreten? Noch dazu, wo ihr Ziel darin bestand, eine berühmte Schauspielerin zu werden? Und bereit war, alles zu tun, um berühmte Schauspielerin zu werden? Wo eigentlich kein Platz für Gott war? Dieser (englisch) gibt ein wenig Einblick in den Weg, den sie gegangen ist. - Genauso, wie sie alles tun wollte, um eine berühmte Schauspielerin zu werden, wollte sie nun alles tun, um eine berühmte Ordensschwester zu werden. Und das nicht nur äußerlich. Ihr wurde der Rückzug im Gebet immer wichtiger. Über ihre Berufung kann man auch hier lesen. Wer dies Zeugnis liest, möge für alle jungen Leute beten, die orientierungslos wirken, auf der Suche nach den wahren Werten sind, dass Gott sie mit SEINER Liebe berühren möge und eine Berufung schenken möge.

Heilige Ehepaare

Heilige Ehepaare

© Gabriele Rasenberger Wenn man in den Heiligenkalender sieht, sind es oft zölibatär lebende Menschen, die man als Heilige kennt. - Doch es gibt auch heilige Ehepaare.
Prälat Prof. Dr. Helmut Moll berichtet im folgenden Text darüber: Bis zum Jahre 1920 wurde Korea von den Priestern der Gesellschaft der Auswärtigen Missionen in Paris missioniert. Während der Kihae Verfolgung in den Jahren 1839 und 1840 wurden in der Zeit des Missionspapstes Gregors XVI. (1765-1846) mindestens 254 Christen aus Hass auf den christlichen Glauben verhaftet, während 121 Christen entweder exekutiert wurden oder an den Folgen der erlittenen Torturen gestorben sind. Die Eheleute Barbara Kwon-hui und ihr Gatte, Augustinus Yi Kwang-hon, sowie das Ehepaar Maria Yi Yon-hui, Ehefrau von Damian Myong-hyog, die angesichts der buddhistischen Übermacht am 20. Juli 1839 für Christus in den Tod gingen, sind Ausdruck der unumkehrbaren Liebe Gottes zu den Menschen. Die Kirche gedenkt ihrer am 20. September. Die koreanischen Blutzeugen aus den Verfolgungsjahren 1839 bis 1840, 1846 und 1866 wurden durch Papst Pius XI. am 5. Juli 1925 seliggesprochen. Weitere 24 Blutzeugen wurden am 6. Oktober 1968 durch Papst Paul VI. (1897-1978) als Selige zur Ehre der Altäre erhoben. Alle diese Gruppen mit insgesamt 103 Personen hat Papst Johannes Paul II. am 6. Mai 1984 in Seoul heiliggesprochen. Unter ihnen befinden sich sechs Ehepaare: Es handelt sich um Augustinus Yi und seine Ehefrau Barbara Kwon, die ihre sechs Kinder im Gefängnis schmachten sah und im Alter von 46 Jahren starb. Der aus einer adligen Familie stammende Katechist Damian Nam, der sein Martyrium als ein zur Schlachtbank geführtes Lamm interpretierte, hatte die charakterstarke und intelligente Maria Yi zu seiner Gattin; darüber hinaus Sebastian Nam (* 1780), der mit 40 Jahren den katholischen Glauben annahm und im Alter von 60 Jahren am 26. September 1839 getötet wurde, und seine Gattin Barbara Cho; sodann der Katechist Augustinus Pak und Barbara Ko (1798-1839), die drei Kinder hatten; ferner Petrus Choe und Magdalena Son‘ (1802-1840), die Eltern von elf Kindern, von denen bereits neun im Kindesalter starben; schließlich Karl Cho und Barbara Choe (* 1819), Eltern eines Sohnes, die beide am 1. Februar 1840 enthauptet wurden. Die zwischen den Jahren 1791 und 1888 umgebrachten 124 Blutzeugen/innen Koreas hat Papst Franziskus (* 1936) am 16. August 2014 in der Nähe von Seoul seliggesprochen. Es handelt sich um den konvertierten Adligen Paul Yun Ji-Chung (1758-1791) und seine Gefährten, unter denen sich mehrere Ehepaare befinden: Es sind zum einen Augustinus Jeon Yakjong (1760-1801) und seine Gattin Cäcilia Yu Sosa. Darüber hinaus sind es Augustinus Yu Hanggeon (1756-1801) und Lutgarda Yi Suni (1782-1802), die im Jahre 1797 von einem chinesischen Priester getraut wurden, ein enthaltsames Leben führen wollten, was ihnen aber die konfuzianische Gesellschaft unmöglich machte. Ferner ist es das Ehepaar Franziskus Choe Kwonghwan (ϯ 1846) und Maria Yi Seongrye (1801-1840). Schließlich sind es Peter Jo Sak und seine Frau Teresa Kwon, die im Jahre 1819 enthauptet wurden. Die im Jahre 2015 erschienene Monographie „A History of Korean Christianity“ enthält ein eigenes Kapitel über die „Church oft he Martyrs“ unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts. Während der Bischofssynode über die Sendung von Ehe und Familie 1980 sprach sich der damalige Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, Pietro Kardinal Palazzini (1912-2000), für die Eröffnung von Verfahren für Eheleute in der Ortskirche aus. Hierzu braucht es aber mehr denn je der Unterstützung durch Freunde und geeignete Familienkreise. Es bedarf zumal einer viel größeren Hilfe durch die vielfältigen Laienbewegungen. Die Römische Kurie fördert demnach ausdrücklich Verfahren für Eheleute. Papst Johannes Paul II. setzte im Jahre 1984 ein klares Signal, als er vor Vertretern der römischen Diözesansynode den Wunsch zum Ausdruck brachte, er möchte in seinem Pontifikat ein Ehepaar zur Ehre der Altäre erheben. Eine erste Frucht diesbezüglicher Bemühungen stellt die Seligsprechung des italienischen Ehepaares Luigi (1880-1951) und Maria (1884-1965) Beltrame Quattrocchi dar, das am 21. Oktober 2001 in Rom zur Ehre der Altäre erhoben wurde; bei der Feier waren drei ihrer Kinder anwesend. Der in der sizilianischen Großstadt Catania zur Welt gekommene Ehemann war Generalstaatsanwalt in der italienischen Hauptstadt, bekleidete diverse Ämter mit großer Verantwortung auf nationaler Ebene und wirkte unter Ministerpräsident Alcide De Gasperi (ϯ 1954). In den freien Stunden besuchte er theologische Abendkurse an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Seine Gattin Maria Corsini entstammte der Großstadt Florenz in der Toskana, siedelte aber bereits im jungen Alter nach Rom über. Im Jahre 1905 heirateten sie. Als Mitglied der Katholischen Aktion Italiens engagierte sie sich als Lehrerin, die pädagogische Schriften veröffentlichte, in der Katechese für Frauen in den römischen Pfarrgemeinden und in der Hilfe für Bedürftige. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1951 widmete sie sich verstärkt der Erneuerung des christlichen Glaubens sowie der Sorge um die Familien nach den Weisungen Papst Pius’ XII. (1876-1958). Darüber hinaus wurde sie Mitglied der Bewegung „Rinascita Cristiana“ und „Fronte della Famiglia“. Nach einem erfüllten Leben starb sie am 26. August 1965 in Rom. Der Diözesanprozess des Bistums Rom begann am 18. Oktober 1994. Die römische Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren erließ am 20. Juni 1997 das Dekret über die Gültigkeit der vorgenommenen Untersuchung und approbierte am 18. Juni 1999 die Positio super virtutibus. Eine wichtige Monographie schrieben Attilio Danese und Giulia Paola Di Nicola, die unter dem Titel „Ein Heiligenschein für zwei“ erschien. Der Präfekt der römischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, José Kardinal Saraiva Martins (* 1932), würdigte das seliggesprochene Ehepaar als Prophezeiung ehelicher Heiligkeit. Papst Franziskus öffnete am 18. März 2015 zum ersten Mal in seinem Pontifikat einem Ehepaar den Weg zur Heiligsprechung. Im Verlauf der dem Präfekten der Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren, Angelo Kardinal Amato (* 1938), gewährten Audienz bevollmächtige der Oberhirte der katholischen Kirche das genannte Dikasterium, ein Dekret über das Wunder zu veröffentlichen, das der Fürsprache des seligen französischen Ehepaars Louis (1823-1894) und Marie Zélie Martin (1831-1877) zugeschrieben worden ist. Während der Bischofssynode über „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ am 18. Oktober 2015 vollzog Franziskus die Heiligsprechung in Rom. In seiner Enzyklika Lumen fidei über den Glauben vom 29. Juni 2013 hatte der argentinische Pontifex deutlich gemacht: „Der erste Bereich, in dem der Glaube die Stadt der Menschen erleuchtet, findet sich in der Familie. Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe. Sie entsteht aus ihrer Liebe, die Zeichen und Gegenwart der Liebe Gottes ist, und aus der Anerkennung und Annahme des Gutes der geschlechtlichen Verschiedenheit, durch welche die Ehegatten ein Fleisch werden können (vgl. Gen 2,24) und fähig sind, neues Leben zu zeugen, das Ausdruck der Güte des Schöpfers, seiner Weisheit und seines Plans der Liebe ist. Auf diese Weise gegründet, können sich Mann und Frau mit einer Geste, die ihr ganzes Leben mit einbezieht und in vielen Zügen an den Glauben erinnert, die gegenseitige Liebe versprechen. Eine Liebe zu versprechen, die für immer gilt, ist möglich, wenn man einen Plan entdeckt, der größer ist als die eigenen Pläne, der uns trägt und uns erlaubt, der geliebten Person die ganze Zukunft zu schenken.“ Noch deutlicher wurde Papst Franziskus in seiner Homilie bei der Eucharistiefeier zur Eröffnung der Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode am 4. Oktober 2015: „‘Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen‘ (Mk 10,9). Das ist eine Aufforderung an die Gläubigen, jede Form von Individualismus und Legalismus zu überwinden; diese verbergen nämlich einen kleinlichen Egoismus und eine Angst davor, die authentische Bedeutung des Paares und der menschlichen Sexualität im Plan Gottes anzunehmen. In der Tat wird nur im Licht der Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit der österlichen Liebe Jesu die Torheit der schenkenden Selbstlosigkeit einer ehelichen Liebe verständlich, die einzig ist und usque ad mortem fortdauert“ Zuvor hatte Papst Benedikt XVI. (* 1927) am 3. Juli 2008 die Seligsprechung des französischen Ehepaares Martin vorgenommen. Italienischen Medien zufolge handelte es sich um eine Heilung des neugeborenen Pietro Schiliró, der trotz Todesgefahr überlebte. Der in Bordeaux zur Welt gekommene Uhrmacher und Goldschmied Louis Martin hatte im Alter von 35 Jahren die 26-Jährige in Saint-Denis-sur-Sarthon geborene Marie Zélie Guérin in Alençon (Nordfrankreich) geheiratet, die ihm neun Kinder schenkte. „Eintracht und Harmonie in dieser Ehe und Familie waren bemerkenswert, sei es zwischen den Ehegatten, sei es zwischen den Eltern und Kindern“. Die tägliche Teilnahme an der Eucharistie war den Eltern ein Herzensbedürfnis. Louis Martin hegte beim Schließen der Ehe die Hoffnung, mit seiner Gattin eine rein geschwisterliche Bindung einzugehen und wie Bruder und Schwester zusammenzuleben. In Marie Zélie aber, die den Lebensunterhalt durch die Verfertigung der berühmten Alençon-Spitzen aufbesserte, lebte ein starker mütterlicher Drang, zahlreichen Kindern das Leben zu schenken und diese nach christlichem Vorbild zu erziehen. Überdies wurde sie Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus. Vor einer Marienstatue in ihrem Heim, welche im Marienmonat Mai besonders liebevoll geschmückt wurde, verrichtete die Familie ihre täglichen Gebete. Franziskanerpater Stéphane-Joseph Piat setzte der Familie in seiner Monographie „Histoire d’une famille. Une école de sainteté“ (Paris, 4. Auflage 1946) ein bleibendes Denkmal. Eine deutsche Übersetzung des Werkes erschien im Jahre 1983. Vater Martin war vom Geist des Glaubens und der Liebe geprägt, ein Mann der hilfsbereiten Nächstenliebe. Gelegentlich unternahm er Wallfahrten mit seinen Töchtern, so nach Notre-Dame des Victoires in Paris, sodann nach Chartres oder nach Lourdes. Im Jahre 1985 erschien eine umfangreiche Biographie über ihn, in der er als „unvergleichlicher Vater“ bezeichnet wurde. Mutter Martin suchte in ihrer Hilfsbereitschaft die Hütten der Armen und Notleidenden auf, um dort zu helfen und zu trösten. Der gleiche französische Autor widmete auch ihr eine ausführliche Lebensgeschichte. Vier ihrer Kinder starben bereits im zarten Alter, darunter zwei Knaben. Fünf weihten sich Gott im Ordensstand, vier davon im Karmel von Lisieux, nämlich Marie-Louise (1860-1940) als Sr. Marie vom Heiligen Herzen, Marie-Pauline (1861-1951) als Sr. Agnes von Jesus, Marie-Céline (1869-1959) als Sr. Geneviève vom Heiligen Antlitz, und Marie-Françoise-Thérèse (1873-1897), die heilige Thérèse vom Kinde Jesus und vom Heiligen Antlitz, die im Jahre 1925 heilig gesprochen, 1927 zur Patronin der Weltmission und 1997 zur Kirchenlehrerin erhoben wurde. Tochter Marie-Léonie (1863-1941) wurde als Sr. Françoise-Thérèse Ordensfrau bei den Heimsuchungsschwestern im französischen Caen. Während Marie Azélie Martin bereits im Jahre 1877 starb, war ihrem Ehemann ein langes Leben von 88 Jahren beschieden. Auf ihrem Landsitz in La Musse starb er am 29. Juli 1894 an den Folgen eines Schlaganfalls. Die zuständige Diözese Bayeux und Lisieux, Suffraganbistum der Erzdiözese Rouen, eröffnete das Seligsprechungsverfahren. Zum Postulator wurde der Karmelitenpater Simeon von der Heiligen Familie ernannt. Das Dekret über die Schriften erließ die römische Kongregation für die Heiligsprechungsverfahren am 1. Juli 1964, das Dekret über die zustimmende Beurteilung der übersandten Dokumente am 13. Februar 1987 sowie das Dekret über die heroischen Tugenden am 26. März 1994. Die Feier der Seligsprechung fand am 19. Oktober 2008 in der Basilika Saint-Thérèse statt Im Zusammenhang mit der Selig- bzw. Heiligsprechung des französischen Ehepaars Louis und Marie Zélie Martin erhob sich zum wiederholten Male die Frage, warum es so wenige Ehepaare gibt, die kanonisiert wurden. Als ob es keine Eheleute gäbe, die ein Vorbild waren und sogar zur Ehre der Altäre erhoben werden könnten! Zwei Menschen also, deren Liebe niemals erloschen ist (vgl. Hld 8,7) und deren Versprechen zur gegenseitigen Treue niemals gebrochen wurde; die Scheinlösungen wie "Ehe auf Probe" oder "Ehe auf Zeit" entlarvt haben, gemäß der Mahnung von Papst Johannes Paul II. (1920-2005) in seiner Predigt zum Thema Ehe und Familie in Köln am 15. November 1980: „Die Endgültigkeit der ehelichen Treue, die vielen heute nicht mehr verständlich erscheinen will, ist ebenfalls ein Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen. Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen“. Solche Ehepaare haben die soziale und sexuelle Treue nicht auseinanderrissen, da ihre eheliche Liebe unter dem Schwur stand: Nur Du und Du für immer. Ja, es gibt solche Ehepaare! Die meisten von ihnen leben jedoch mit ihren Kindern im Verborgenen. Viele wehren sich, in das Rampenlicht der öffentlichen Meinung gestellt zu werden. Wer sich bemüht, die bedingungslose Liebe, die reich und stark macht, zu leben, wird nicht enttäuscht. Selbst heute nicht. "Diese konnten es und jene, warum nicht auch ich?" (Bischof Augustinus von Hippo), auch mitten in einer sich verändernden Welt. Der Schweizer reformierte Theologe Walter Nigg (1903-1988) hatte im Jahre 1976 der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass „inskünftig auch Frauen und Männer in das Verzeichnis der Heiligen eingetragen werden, die sich im Alltag der Ehe auf eine außerordentliche Weise bewährt haben“. Papst Johannes Paul II. hatte in seinem Apostolischen Schreiben Familiaris consortio festgestellt: „Die Familie wurde in unseren Tagen – wie andere Institutionen und vielleicht noch mehr als diese – in die umfassenden, tiefgreifenden und raschen Wandlungen von Gesellschaft und Kultur hineingezogen. Viele Familien leben in dieser Situation in Treue zu den Werten, welche die Grundlage der Familie als Institution ausmachen. Andere sind ihren Aufgaben gegenüber unsicher und verwirrt oder sogar in Zweifel und fast in Unwissenheit über die letzte Bedeutung und die Wahrheit des ehelichen und familiären Lebens.“ Die Ganzheit des Menschen schließt die Dimension der Zeit mit ein. Das ganze Ja bedeutet die Freiheit zum Endgültigen. Die Möglichkeit der Freiheit ist alles andere als die fortwährende Beliebigkeit, die sich als Entscheidungslosigkeit herausstellt. Freiheit zeigt sich in diesem Sinne als Fähigkeit zur Wahrheit. Als solche ist sie zugleich Fähigkeit zum Endgültigen, Fähigkeit, sich endgültig für eine andere Person zu entscheiden. Wenige Jahre nach der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Familiaris consortio betonte Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vom 10. November 1994, die Aufmerksamkeit der Kirche sei „auf die Heiligkeit derer zu richten, die auch in unserer Zeit die volle Wahrheit Christi gelebt haben. In besonderer Weise wird man sich hier um die Anerkennung der heroischen Tugenden von Männern und Frauen bemühen, die ihre Berufung in der Ehe verwirklicht haben: Da wir überzeugt sind, daß es in diesem Stand nicht an Früchten der Heiligkeit mangelt, empfinden wir das Bedürfnis, die geeigneten Wege dafür zu finden, daß diese Heiligkeit festgestellt und der Kirche als Vorbild für die anderen christlichen Eheleute vorgestellt werden kann“. Wie der katholische Theologe Anthony Ward im Jahre 2009 herausstellte, enthält das im Jahre 2001 veröffentlichte und drei Jahre später in zweiter veränderter Auflage erschienene Martyrologium Romanum eine große Anzahl von heiligen Eheleuten und sogar von heiligen Familien. Papst Benedikt XVI. griff die erwähnte Thematik in seiner Ansprache beim Angelusgebet in Castelgandolfo am 30. August 2009 ausdrücklich auf. Im Blick auf die hl. Monika (331-387), die Mutter des Bischofs Augustinus von Hippo (354-430), unterstrich der Heilige Vater: „Die Geschichte des Christentums ist reich an zahllosen Beispielen heiliger Ehen und wahrer christlicher Familien, die das Leben hochherziger Priester und Hirten der Kirche begleitet haben. Man denke an die hll. Basilius den Großen und Gregor von Nazianz, die beide aus heiligen Familien stammten. Denken wir in unserer unmittelbaren Nähe an die Eheleute Luigi Beltrame Quattrocchi und Maria Corsini, die zwischen dem ausgehenden 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts gelebt haben und von meinem verehrten Vorgänger Johannes Paul II. im Oktober 2001 anlässlich des 20. Jahrestages des Apostolischen Schreibens Familiaris consortio seliggesprochen worden sind“. In der für die Mitglieder des Gerichtshofes der Römischen Rota gewährten Audienz vom 27. Januar 2013 unterstreicht Papst Benedikt XVI.: „Die Heiligen, die den Ehe- und Familienbund in christlicher Perspektive gelebt haben, konnten selbst die schwierigsten Situationen meistern und manchmal die Heiligung des Ehepartners und der Kinder erlangen, durch eine stets vom festen Vertrauen in Gott, von aufrichtiger Frömmigkeit und von einem tiefen sakramentalen Leben gestärkten Liebe. Gerade diese vom Glauben geprägten Erfahrungen vermitteln, wie wertvoll auch heute noch das vom Ehepartner, der verlassen wurde oder die Scheidung über sich ergehen lassen musste, dargebrachte Opfer ist, wenn er die Unauflöslichkeit des gültigen Ehebundes anerkennt“. Zunächst wollen wir einen Blick in die Geschichte des christlichen Lebens werfen, die zu allen Zeiten heilige Ehepaare kannte. Aus der großen "Wolke von Zeugen" (Hebr 12,1) sollen im Folgenden lediglich solche Personen herausgegriffen werden, die stellvertretend für ihre Zeit stehen und auch bis in die Gegenwart noch von Bedeutung sind. Denn nicht die Zahl allein macht ihren Reichtum aus, sondern ihre Tatsächlichkeit, mögen diese Ehepaare auch aus völlig unterschiedlichen Beweggründen zur Ehre der Altäre erhoben worden sein.

Gustav-Siewert-Akademie

Gustav-Siewert-Akademie

Sie liegt schön, mitten in der Landschaft: Die Gustav-Siewert-Akademie Hier kann man auf 800m Höhe studieren. Die Inhalte sind gut römisch-katholisch.
Wer dort ein theologisches Studium machen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass der Abschluss zur Zeit nicht anerkannt ist. Daher muss diese in einer anderen Uni gemacht werden. Doch rein von den Inhalten lohnt es sich. Zudem: Die Lage ist herrlich. Man kann die Natur dort genießen. Ein Semester kostet zwar einige Euro, zudem muss man sich ein Quartier suchen, doch auch hier kommt die Akademie entgegen: Man kann im Haushalt helfen.
Ein Quartier können Studenten gut im Kloster einige km entfernt, mit dem Auto kann man in einer knappen halben Stunde vor Ort sein.

Zudem gibt es im August immer eine Sommerakademie ein toller theologischer Kurs, zu dem Gäste aus der ganzen Welt kommen. Auch dieses Jahr findet er wieder statt, daher schnell anmelden.

Zu dem Haus gehört auch eine kleine Kapelle, in der gemeinsam gebetet wird.

Beten um Berufungen

Beten um Berufungen

Beten um Berufungen, aber wie? Nicht jeder kann dies ohne Text.
Wenn dann noch Gebetsstunden für geistliche Berufungen gestaltet werden, ist es für manchen noch schwieriger.
Das Zentrum für Berufungspastoral hat dazu ein Buch herausgegeben. Hier dürfte für jeden etwas dabei sein. Zwar stehen die geistlichen Berufungen, die jeder im engen Sinne kennt, im Vordergrund, doch es wirklich zu erkennen, dass die Texte für jeden Menschen sind, dass jeder Berufung leben kann. In einer Litanei sind hier sehr viele verschiedene Berufungen aufgelistet, egal ob Eltern, Lehrer, Pfarrgemeinde... -es geht jeden etwas an.
Gebete für die eigene Berufungen sind eingebunden. Biblische Perikopen sprechen von Berufungen, Lieder sind eingebunden und, und und....
Es ist nicht nur etwas für eine gestaltete Anbetungsstunde in Gemeinschaft, auch persönlich kann man davon profitieren. Es sind Texte, die zum Meditieren einladen. Eine Anbetungsstunde wird vorgeschlagen, doch gleichzeitig auf die Texte weiter hinten im Buch verwiesen, die als Baukasten gelten können Tolle Unterteilung des Buches. Nicht nur Pfarrgemeinden sollten es haben, denn wie oben geschrieben: Es kann für jeden persönlich auch ein Impuls sein Zum Schluss des Buches gibt es noch zwei Hinweise: Da wird auf die Berufungsmonstanz hingewiesen und mehr noch eine Initiative, die aus den USA kommt und meines Erachtens auch in Deutschland Fuß fassen sollte: "Adoration for vocation" (Dazu wird es einen extra Blogbeitrag geben)

Beten wir für Berufungen - nicht nur am ersten Donnerstag im Monat, sondern immer wieder. Das Buch gibt Anregungen.
Erhalten kann man es beim Zentrum für Berufungspastoral. Hier steht noch mehr, wie dieses Buch helfen kann (Die Seite etwas nach unten rollen)
Auch über die Diözesanstellen für Berufungspastoral ist dieses Buch zu erhalten.

Lebendige Gemeinde sein/werden

Lebendige Gemeinde sein/werden

Pater Sepp Wasensteiner SAC, ist seit 1991 in Brasilen als Missionar, als Priester tätig. Dort wird er Pater José genannt. Seine eigene Berufung hatte er schon hier vorgestellt.
Da hier in Deutschland viele über den Priestermangel klagen, bat ich ihn einen Bericht für meinen Blog über seine Erfahrungen dort zu verfassen - auch in Hinblick, wie es in Deutschland aussieht und gelingen könnte. Hier sein Bericht. unterbrochen von Fotos, die er mir auch gesendet hat: Die Pfarrei São Raimundo ist etwa 1300 km² groß, hat einen Bereich “Stadt” mit fünf Stadtteilen, in dem etwa die Hälfte der Pfarreimitglieder leben, ca. 15.000. Die andere Hälfte der Bevölkerung wohnt auf dem Land, in vielen verschiedenen Dörfern und kleinen Ansiedelungen, 78 davon sind in kirchlichen Basisgemeinden organisiert, das heißt, mit der Pfarrei verbunden, Dort feiern sie sonntägliche Wortgottesdienste, findet Kinderkatechese für Erstkommunion statt, existieren Gruppen, die die Tauf- und Ehevorbereitung machen, Familienpastoral, Rosenkranzgebet, auch der sogenannte “Männerrosenkranz”, Liturgiegruppen und Gemeindeversammlungen. Elf Kapellen haben bereits einen Tabernakel (aus Holz!) mit Christus in der Eucharistie gegenwärtig, und ausgebildete Kommunionhelfer, die in den Wortgottesdiensten die Kommunion austeilen und die Krankenbesuche machen. Es sind Gemeinden im Landesinneren, in denen reges kirchliches Leben geschieht, auch wenn nur einmal im Jahr eine Messfeier stattfindet. Bei so vielen Kapellen und Kirchen wäre ein Priester total überfordert, wenn er öfters die Eucharistie feiern wollte. Auch die katastrophalen Straßenverhältnisse tragen ihr Übriges dazu bei… Meine Hauptaufgabe als Gemeindepriester, außer der Sorge für die Einheit in der Gemeinde zu sorgen, sehe ich in der Aus- und Weiterbildung unserer Laien, sie für den Dienst an Gott in der Gemeinde zu begeistern und sie für ihre Aufgabe zu schulen. Wir haben regelmäßige Fortbildungstreffen in den Sektoren im Landesinneren und in der Stadt. Ganzheitliche Ausbildung, im Sinn von biblisch liturgisch, menschlich human, politisch wirtschaftlich sozial. Neben oben genannten Gruppen und pastoralen Tätigkeiten funktionieren auch die Dizimopastoral, die Kinderpastoral, die Jugend ist sehr lebendig, über 80 Straßengruppen, die wöchentlich in ihren Gruppen das Evangelium reflektieren und Fürbitten machen, Frauenbund, Stadtteilgruppen, über zehn begeisterte Musikgruppen, Ministranten ohne Ende…….und und und….. Wir haben eine große Vielfalt von Gruppen, Pastorais und Bewegungen, die im Sonntagsgottesdienst zur Einheit zusammenfinden. Ich habe Sepp gefragt, was unter Dizimopastoral zu verstehen ist. Seine Antwort: "Dizimopastoral: Wir haben ja keine Pflichtkirchensteuer, und die Pfarrei braucht ja Einnahmen. Dizimo heißt Zehntabgabe und ist biblisch. Du wirst viele Bibelstellen dazu finden. Es ist die Pastoralarbeit, die Aufklärungsarbeit betreibt, damit die Leute verantwortungsbewusst freiwillig regelmässig eine Abgabe, ob in Form von Geld oder Naturalien an die Pfarrei geben.
Pfarrei ist ja kein Supermarkt, wo man nur "nimmt", sondern sich wie in einer Familie sorgt, damit es allen gut geht.
Drei Hauptdimensionen hat dann der Dizimo: Investionen in Kirche und Liturgie (Reformen, Strom und Lichtrechnungen etc.),
Caritas (Hilfe für Arme), und missionarische Tätigkeiten der Pfarrei (Fortbildungstreffen, Schulungen etc)." Man muss an die Laien glauben, sie befähigen, ihnen Verantwortung übertragen, sie “unabhängig” machen. Nicht der Priester ist Herr der Pfarrei und die Laien sind nicht seine Handlanger. Der Herr der Pfarrei ist Jesus Christus, und wir alle sind seine Mitarbeiter in den verschiedensten Ministerien und Aufgaben, um gemeinsam das Reich Gottes aufzubauen. Wir stehen alle sozusagen “auf der gleichen Seite”. Anstatt zu herrschen, sind wir demütige Diener der Wahrheit! Bei den großen Herausforderungen von Armut, Gewalt, Ungleichheit, Hunger, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit, ist die Kirche hier der einzige Hoffnungsträger in dieser trostlosen Situation. Gegen Angst, Individualismus, Gewalt, Drogen und die Scheinwelt von Macht- und Besitzgier setzen wir die Werte von Vertrauen, Gemeinschaft und friedvollem Miteinander, wo keiner mehr und keiner weniger ist, sondern alle in ihrer Würde respektiert und geachtet werden. Und die Menschen kommen gerne, erleben die Kirche als ihren Lebensraum, nicht das Gebäude, sondern die Kirche, die aus lebendigen Steinen erbaut ist. Wir sind eine lebendige Kirche, vor allem die Jugend und junge Leute sind die breite Base unseres Kirchenvolkes. Nachdem Sepp in einem sehr armen Teil von Brasilen ist, im Nord-Osten im Gegensatz zu dieser großen Kirche jetzt eine andere:

Gott will in uns Klingen; uns zum Klingen bringen

Gott will in uns Klingen; uns zum Klingen bringen

Erzabt Pater Wolfgang Öxler (St. Ottilien) hat mir ein paar Predigten gesendet, die er zur Profess von verschiedenen Mitbrüdern gehalten hat. Er ließ dabei immer wieder eine Klangschale zum Schwingen Die folgende Predigt hat er zu der alttestamentlichen Stelle 1 Kön 3, 4-13 gehalten: Klangschale - Gott will uns zum Klingen bringen. Das Leben ist manchmal wie eine Schale, wo sich vieles ansammelt und wo auch vieles entnommen wird. Im Buch der Könige hören wir von Elija einem Propheten. (Mein Gott ist Jahwe) Manchmal ist der Name auch Programm. Propheten sind keine Wahrsager sondern Wahrheitssager. Dieser Elija verausgabt sich völlig mit den Baals Priestern und legt sich dann völlig erschöpft unter den Ginsterstrauch. Ein Mann der Gegensätze. Er mag nicht mehr. Und da klopft Gott gleich zweimal an die Schale seines Leben und ruft ihm zu: Mach Dich auf und geht zum Berg Horeb. Und da begegnet er diesem Gott, nicht mehr in den gewohnten Zeichen der Gegenwart Gottes von Sturm und Feuer, wie Früher, sondern im leisen Säuseln des Windes, in der „vorschwebenden Stimme des Schweigens“. Er muss sich noch ein neues Gottesbild zulegen. . (Anstoßen der Klangschale- Warten können - bis der Ton verklingt. Warten können bis sich in meinem Leben etwas zeigt, was nicht von mir gemacht ist.) 1. Ausculta - Hören Ein hörendes Herz So passt die heutige Lesung über Salomo sehr gut! Salomo erbittet sich von Gott ein hörendes Herz, ein sensibles Gewissen, die Fähigkeit zur richtigen Entscheidung. Nicht Reichtum, kein langes Leben, auch nicht Gesundheit, was doch wirklich ein ganz hohes Gut ist, auch nicht Ehre oder Macht und Ansehen noch sonst etwas, was wir vielleicht für Erstrebens- und wünschenswert hielten. Ein hörendes Herz erbittet er: Dieses Bild meint die innere Fähigkeit, bei allen Entscheidungen vor allem auf Gott zu hören. In diesem biblischen Bild kommt die Überzeugung zur Sprache: Vieles mag uns in unserem Leben wichtig sein. Entscheidend ist das eine: ein Herz, das auf Gott hört. Hören ist das Leitwort das der hl. Benedikt am Anfang seiner Regel. Genauer gesagt drückt er es mit den worten aus: Höre, mit den Ohren des Herzens. Jede Berufung braucht dieses tiefere Hören. Glaube kommt vom Hören und er wächst da, wo wir antworten. Wenn ihr seine Stimme hört verhärtet nicht euer Herz. (Ps 95,7) 2. Ge-horsam: Im Deutschen verstärkt die Vorsilbe „ge-“ einen Vorgang. Ge-horsam ist ein verstärktes Hören. Im Gehorsam steckt ja das Hören. Gehorchen kommt von Horchen. Das eine ist letztlich nicht ohne das andere zu verstehen: Ohne die Bereitschaft zum Gehorsam besteht die Gefahr, dass die Rede vom »hörenden Herz« allzu leicht Poesie und ein bloßes Bild bleibt. Der Eifer für den Gehorsam ist für den hl. Benedikt ein Gradmesser, ob einer wirklich Gott sucht. (RB 58,7) An nicht weniger als 35 Stellen kommen die Begriffe „gehorchen“ und „Gehorsam“ in der Benediktusregel vor. Es gibt auch so etwas wie einen inneren Gehorsam, meinem inneren Lotsen zu folgen. (Anstoßen der Klangschale) Herr, mach mich zu einer Schale - Aus einem Gebet der Töpfer in Taize Herr, mach mich zu einer Schale, offen zum Nehmen, offen zum Geben, offen zum Beschenktwerden, offen zum Bestohlenwerden. Herr, mach mich zu einer Schale für dich, aus der du etwas nehmen kannst, in die du etwas hineinlegen kannst. Herr, mach mich zu einer Schale.

Collegium Musicum - staatliche Schule mit katholischer Ausrichtung

Collegium Musicum - staatliche Schule mit katholischer Ausrichtung

Eine staatliche Schule, mit wirklich katholischem Profil!
Es gibt viele Eltern, die sich dies wünschen. In Südbaden, an der Grenze zur Schweiz ist das COLLEGIUM MUSICUM, eine private europäische Musikrealschule mit Internat. Gleichzeitig besteht das Angebot, das Fernabitur hier zu machen. Das wird auch angenommen. Das COLLEGIUM MUSICUM ist eine reine Jungenschule. Wobei die Überlegung besteht, diese irgendwann einmal für Mädchen zu öffnen. Wie für eine Realschule üblich beginnt es mit der 5. Klasse. Wer aufgenommen werden möchte, muss „die Bereitschaft mitbringen, ein Instrument zu lernen“, so Thomas Lindner Und alle Schüler sind im Chor. Unterrichtet wird nach dem Lehrplan Weiterhin wird Latein angeboten. Das erleichtert es, wenn jemand später Abitur machen möchte. Die Klassen sind bewusst sehr klein gehalten, was ein „besseres, individuelles Eingehen“ auf den Einzelnen ermöglicht, wie Antonia Lindner erklärt. Die kleinen Kassen Abiturienten bereiten sich vor Doch was ist im Gegensatz zu anderen Schulen, ja Internaten anders? Das Gebet prägt die Schule. Es durchzieht den Tag. Schon am Morgen treffen sich die Jungen in ihren Zimmern zum Gebet. Mittags wird der Engel des Herrn gebetet. Jeden Tag gibt es die Möglichkeit zur Heiligen Messe. Das Besondere dabei: Es werden der alte Ritus und der jetzige Ritus gefeiert; abwechseln. Ein Tag ist im Gottesdienstanzeiger der Seelsorgeeinheit ausgeschrieben, es kommen Gläubige von außen dazu. Jede Woche ist Beichtgelegenheit. – Das Angebot wird von den Schülern angenommen, wie Thomas Lindner erklärte. Vielen ist es ein Bedürfnis, jede Woche das Sakrament der Versöhnung zu empfangen. Die Kapelle der Schule Wichtig ist für die Schule das Familienleben. Wenn die Schüler am Wochenende nach Hause fahren, kommen sie erst am Montagvormittag wieder. So hat die Familie viel Zeit zusammen. Da es Schüler aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt, ist es schön zu wissen, dass Familien aus der Nähe, gerne andere Schüler am Wochenende aufnehmen. Die Schule liegt sehr schön, hat wunderbare Freizeitmöglichkeiten, wie die folgenden Fotos zeigen. Wenn Eltern jetzt gerne ihre Kinder dort hinsenden möchten noch eine Information: Bevor ein Schüler aufgenommen wird, macht er eine „Schnupperwoche“ mit, nimmt auch am Unterricht teil. So kann jeder entscheiden, ob er es wirklich will. In der Regel bekommt man dafür eine Schulbefreiung.
Hier Blick in die Zimmer im Internat: Mehr Infos unter: cm@s-cm.eu Nachtrag: Dieser Bericht wurde lange vor dem Lockdown geschrieben, daher kann im Augenblick einiges anders sein.

Maria als Vorbild für Berufungen

Maria als Vorbild für Berufungen

Morgen, am 25. März feiert die Kirche das Hochfest "Verkündigung des Herrn" Als Evangelium hören wird den gleichen Text wie am Hochfest "Maria Empfängnis", nämlich Lk 1, 26-38
Dieses Hochfest im Dezember ist für die Pfarrgemeinde St. Maria in Höllstein (Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental) das Patrozinium. Pfarrer Michael Latzel, der Leiter dieser SE, hielt dazu eine Predigt, die zeigt, dass Maria für und alle ein Vorbild in der Berufung für alle Menschen sein kann. Mit seiner Erlaubnis darf die Predigt hier eingestellt werden: Lief damals auch sicher kein Tonband und keine Kamera mit, so schildert uns das Evangelium doch sehr einfühlsam, was sich nur schwer äußerlich in Worte fassen lässt: Berufung durch Gott. Dieses sich Angesprochen-erfahren und in den Dienst genommen werden durch IHN im innersten Kern der Person. Nicht aus eigenem Entschluss, nicht aufgrund eigener Überlegung, sondern weil Gott auf sie, Maria, „zukommt“ und in eine Aufgabe hineinführt, von der sie noch nicht einmal weiß, was sie da, bildlich gesprochen, auch nur schon „hinter der nächsten Biegung“ erwarten wird – jedoch mit einer wundersamen Verheißung versehen, die ihren Horizont um Vieles übersteigt. Schon was Maria da im Gruß zugesprochen wird: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir, das geht tiefer und weiter als ihre bisherige religiöse Erfahrung oder als ihr Wissen im Glauben. Genau das spiegelt sich schon wider auch in ihrem Erschrecken, da sie, die junge bis dahin völlig unbedeutende Frau, spürt vom Absoluten, von Gott selbst angesprochen zu werden. Wenn sie innerlich zusammen“zuckt,“ wie wir es ja vielleicht auch schon tun, wenn uns jemand (von hinten) unerwartet berührt, um wieviel tiefer mag dann ihr „Erschrecken“ gewesen sein, da sie von IHM, dem „Höchsten“ angesprochen und im Innersten ihres Wesens berührt wird. Da braucht sie Ermutigung, wie so viele andere auch. Die Bibel erzählt oft davon, dass Menschen in ihrem religiösen Erfahrungen solchen Zuspruch erfahren: Fürchte dich nicht!, - da sie zunächst erst einmal, verständlicher Weise, zaudern. Und sich dann doch darauf einlassen, dass Gott sie an die „Hand“ nimmt, sie erwählt, sie beauftragt zu einem Dienst, den sie sich selbst nie ausgemalt oder erdacht hätten. Wie auch Maria sich in keiner Weise dazu vorbereitet oder als geeignet empfindet: Wie soll all das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? fragt sie vom Nächstliegenden ausgehend zurück. Und die Antwort, die sie erfährt, greift jedoch auf einer anderen Ebene und Dimension. Gott selbst wird in seiner Kraft wirken, SEINE Kraft wird sie erfüllen, sein Heiliger Geist sie leiten, ER wird heiligen, was / wen sie gebären wird, den Sohn des Höchsten Gottes. Gott antwortet, indem er neue Rätsel aufgibt, doch zugleich auch neue Verheißungen; in dem er den Blick, der so stark fixiert ist auf unsere eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten - hinlenkt auf IHN zurück und auf seine Pläne und Möglichkeiten. Nein, er gibt keine Erklärung in einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Sinne. Er gibt uns keine Formel an die Hand, uns selber auszurechnen, wie wir die Zukunft gestalten sollen, sondern er bittet um Vertrauen, das IHM viel Raum lässt, um Größeres entstehen zu lassen, als wir auszurechnen vermögen. Darin geht uns Maria wirklich beispielhaft, wunderbar voran: Sie sagte und lebte es mit allen Fasern ihres Wesens: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe!, wie du es gesagt hast. Ja, sie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihrer ganzen Person stellt sie sich Gott zur Verfügung. Aber sie setzte nicht in erster Linie auf ihre tollen Fähigkeiten, sondern vertraute auf die Möglichkeiten Gottes. Sie war bereit zu dienen, ihm Werkzeug zu sein. Dann aber kann wirklich Wunderbares geschehen. Und Maria ist noch weit über sich selbst hinausgewachsen, auch als es für sie schmerzlich wurde bis ins innerste Mark. Sie blieb Jesus treu auch unterm Kreuz. Gott hat auch uns bewusst mit einer gehörigen Portion Freiheit und Verantwortung ausgestattet, und nicht bis ins Letzte für alles Vorgaben gemacht. Lernen wir von Maria und wagen auch wir, Gott wirklich Großes zuzutrauen, selbst mit uns und für andere ebenso. Amen

Germany's next Topmodel - for God

Germany's next Topmodel - for God

Quelle: Fotolia Da ich lange keinen Fernseher hatte, kannte ich die Sendung GNTM nicht. Vor ein paar Jahren wurde mir darüber berichtet. Daher habe ich mal im Internet recherchiert, um was es denn geht. So ein Topmodel kann jeder auch für Gott werden. Die Voraussetzungen sind etwas anderes, aber es verlangt auch Arbeit: Es ist egal, wie du aussiehst, wie alt du bist, wie groß oder klein. Hauptsache, du möchtest wirklich für Gott da sein. Viel wichtiger als das äußere Erscheinungsbild ist deine innere Haltung. Also erst einmal mit Gott Verbindung aufnehmen, dass ist das Wichtigste. Du wirst nicht die einzige Person sein, die mit Gott in Verbindung treten möchte. Ist also Konkurrenz da? Nein, es gibt keine Konkurrenz. Du darfst dich sogar mit den anderen Personen zusammentun, um näher zu Gott zu kommen, ihr könnt euch gegenseitig unterstützen. Es ist viel schöner, gemeinsam den Weg zu gehen. Vielleicht ist die Verbindung am Anfang etwas lose, aber du kannst sie noch steigern. Lies die Bibel, nimm dir täglich Zeit für Gott, versuche im Gebet zu leben. Quelle: Fotolia Auch hier wirst du überlegen, ob du wirklich den passenden Kleidungsstil hast. Quelle: Fotolia Der Weg wird immer enger, immer schwieriger. Aber trotzdem: Gott lässt dich nicht fallen, schließt keinen aus. Wenn jemand sagt, "Nein, ich will nicht mehr", dann bist es du, aber nie Gott. Du kannst jedoch immer wieder zu ihm kommen, immer wieder neu beginnen. Du kannst also jederzeit neu beginnen, sein Topmodel zu werden. Wie oben geschrieben: Der Weg wird immer enger und schwieriger, es gibt wahrscheinlich nicht wenige, die dich davon abbringen wollen. Darum sei froh für alle, die diesen Weg auch gehen, die dich begleiten.

Glaubenszeugnis einer verstobenen Frau -Erna Stieglitz

Glaubenszeugnis einer verstobenen Frau -Erna Stieglitz

Erna Stieglitz - sagt jemanden der Name etwas? Erst als ich schon erwachsen war erfuhr ich viel über sie. Außerdem erkundigten sich gerade in den letzten Jahren einige Leute bei mir, ich hätte sie doch bestimmt gekannt. - Sie wohnte nur ein paar Straßen weiter. Zunächst einmal: Ich selbst kannte sie kaum, kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, dass ich sie bewusst gesehen haben, obwohl wir zur gleichen Pfarrgemeinde gehörten und es nur wenige Minuten zu Fuß zu ihrem Heim war, welches sie erbaute. So kenne ich sie: Ich war damals noch im Kindergarten. Zu ihrem Geburtstag bekam sie immer Blumen von den Kindergartenkindern. Mindestens einmal war ich dabei und übergab die Blumen. Ich war zehn Jahre alt, als sie gestorben ist. Jetzt zu dem, was ich weiß, jedoch von anderen Personen, vor allem auch von Pater Hans Buob, der in dieser Gemeinde Kaplan/Vikar war. Erna Stieglitz heiratete und wurde jung Witwe. Für sie war dies ein Zeichen, sich ganz und gar in den Dienst Gottes zu stellen. In einer Kirche in Augsburg betete sie vor der Statue des Heiligen Josef. Sie hatte den Eindruck, ein Altenheim bauen zu sollen. Dies machte sie auch, es war ein kleines Altenheim mit wenigen Plätzen und auch einer Kapelle. - Eben das Haus, welches ich aus Kindertagen kenne. Dieses Heim baute sie im Vertrauen darauf, dass der Heilige Josef schon das Geld geben würde. Sie war immer knapp an Geld, hatte zwischendurch auch viele Rechnungen. Doch für sie war klar: Josef wird schon helfen. In den letzten Jahren war dieses Haus ein Hospiz, welches barmherzige Schwestern betreuten.. Zwischendurch war es auch eine Eremitage, aber es stand auch länger leer. Nun soll es nochmals einen neuen Zweck bekommen. Erna Stieglitz hat auch Besinnungstage angeboten, jedoch nicht alleine. Vor allem eine Schwester Brunhilde, die in in dem Altenheim half und dort wohnte, unterstützte sie. Auch Freunde, die ein geistliches Leben führten. Sie stand wohl auch den Maria-Ward-Schwestern sehr nahe. Sie wurde wohl auch Mutter Erna genannt Widersprechende Angaben gibt es zu einer Stigmatisation. Manche sagen, sie wäre stigmatisiert gewesen, aber man hätte es nicht gesehen. Ein Priester, der sie sehr gut kannte sagt, dass sie nicht stigmatisiert war. Im Internet kann man überall lesen, dass sie 1965 gestorben wäre. Das stimmt nicht; es kann schon deshalb nicht stimmen, weil Pater Buob erst ab 1966 Kaplan in dieser Gemeinde war. Erna Stieglitz ist 1975 gestorben. Außerdem bin ich selbst erst 1965 geboren, kannte sie aber. Ihr Seligsprechungsprozess ist eingeleitet. Erna Stieglitz - eine Frau, von der ich während Lebzeiten wenig mitbekam, obwohl sie in meiner Nähe wohnte. Sie machte keinen Hehl aus ihrer Berufung, wirkte eher im Verborgenen, hat wohl auch mystische Schriften hinterlassen. - Das wusste ich alles nicht, als ich in der Nähe wohnte. Auch meine Mutter nicht, bei der ich mich nochmals erkundigte. Sie kannte Erna Stieglitz von der Kirche, aber mehr nicht, da Mutter Erna sich aktiv nicht in der Gemeinde einbrachte. - Sie war eine betende Frau. Erna Stieglitz zeigt: Die Heiligen sind mitten unter uns, wie übersehen sie oft.
Auch wir können solche Heilige werden. Dafür müssen wir nicht viel tun. - Gottvertrauen ist das wichtigste.

Das Gleichnis vom Weinstock

Das Gleichnis vom Weinstock

Im Johannes-Evangelium können wir das Gleichnis vom Weinstock lesen. Ein Gleichnis, welches oft in schönen Liedern vertont wurde, wozu jeder so sein Bild hat, Es steckt da aber auch eine radikale Forderung drin. Es heißt, dass wir Frucht bringen sollen. "Jede Frucht, die keine Frucht bringt, schneidet ER (Gott-Vater) ab", so heißt es. Wie klang dies wohl damals in den Ohren der Weinbauern? Wie klingt es heute in den Ohren von Winzern? Wahrscheinlich ziemlich radikal. - Aus beruflichen Gründen konnte ich eine Einführung zum richtigen Beschneiden von Weinstöcken machen, seitdem sehe ich das Gleichnis anders: Im Februar jedes Jahres, allerspätestens im März werden die Weinstöcke beschnitten, damit diese auch im nächsten Jahr gute Frucht bringen. Der Winzer sieht sich die Äste, an denen die Reben hängen, ganz genau an. Alle haben Frucht gebracht, doch es ist sicher, dass im Jahr danach nicht mehr so viel Reben dabei sein werden, wenn keine Beschneidung stattfindet. Daher schaut man, welcher der Äste die besten sind. Es sind wahrscheinlich höchstens zehn verschiedene Zweige, die dort stehen. Davon wird einer, höchstens zwei stehenbleiben, alles andere wird weggeschnitten. - Im Hinblick auf das Gleichnis vom Weinstock fand ich das ganz schön heftig!

Wenn wir jetzt diese Weinstöcke sind, dann ist dies ein sehr, sehr radikaler Anspruch an uns. Wir müssen uns immer wieder und wieder beschneiden lassen. - Etwas, was sehr weh tun kann. Doch nur so können wir wachsen.
Wie bereit sind wir dazu ? Es hat jedenfalls auch etwas mit der Hingabe an Christus zu tun, denn nur so können wir die Berufung leben, die ER für uns vorsieht.